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Exkursion in das Urach-Kirchheimer Vulkangebiet

Hölder, H.

Kurzfassung

Die Exkursion führte zuerst ins - Silur: bituminösen Kuckersit-Schiefer, der während des Krieges aus Estland als Zusatz für die Verschwelung von Lias-Ölschiefer in eine Schiefergrube W Metzingen transportiert wurde! Oberlias-Profil: Posidonienschiefer (epsilon) und darüber Mergel und knollige Kalkbänke von Lias zeta mit Fossilien. Vom Jusi SE Metzingen bot sich ein prachtvoller Blick auf den tiefzersägten Albtrauf zwischen Achalm und Teck, den ausgeprägten Stufenbau der Landschaft und auf die zahlreichen Schlotberge des Vulkangebiets, die durch Reliefumkehr im unmittelbaren Vorland des Albtraufs entstanden sind. Der Jusi selbst ist ein eben in Abtrennung vom Albkörper befindlicher Schlotberg. Während er im oberen Teil geschichtete Basalttuffe (Ankaratrit-Tuffe) der einst 1 km Dm. besitzenden Kraterschüssel zeigt, hat die Erosion im tieferen Stockwerk bereits die ungeschichteten Tuffe der Schlotfüllung freigelegt. In diesen schwimmen riesige Weißjura-Schollen, die nach H. CLOOS' Beobachtungen (Geol. Rdsch. 32, 1941, mit Abb.) von "intrusivem Tuff" durchsetzt sind und durch eine gewisse Wahrung des ursprünglichen stratigraphischen Verbands der in den Schlot geratenen Malm-Horizonte sowie hangender Bohnerztone auf ruhiges Absinken im Schlot, nicht auf explosive Ausräumung hinweisen. Die Scholle im unteren Aufschluß scheint nach CLOOS auch noch vorvulkanische Tektonik zu zeigen. Diskussion des Für und Wider der CLOOSschen Deutung an den von ihm beschriebenen Stellen. Weiterfahrt durch den Talkessel von Neuffen (Blick auf den großen Zementbruch am Sattelbogen in Malm alpha-gamma) zu dem Steinbruch an der Steige Neuffen-Hülben: Weißer Jura delta3-4. Überlagerung geschichteter Fazies (mit Glaukonitbank) von massiger, stark klüftiger Schwammfazies. Am Eingang des Steinbruchs ist der Kontakt zwischen Weißem Jura und einem kleinen Tuffschlot erschlossen. Er folgt einer (stellenweise geschwemmten) Kluftfläche. Im Schlot feinkörnige Schollen älteren "Ersttuffs" in grobblockigem Zweittuff, (mechanisch oder chemisch?) abgerundete Malmblöcke, Andeutung von Kettenschichtung (CLOOS, 1941. Abb. 14 und 31).