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Das Süddeutsche Molassebecken - ein Überblick

Ganss, O.

Kurzfassung

Das Süddeutsche Molassebecken ist ein Teilstück der voralpinen-karpatischen Tertiärgeosynklinale, die den Südraum des europäischen Kontinents durchzieht. Obwohl eine einzige Geosynklinale, wechselt das geologische Geschehen in Einzelheiten von einem Teilabschnitt zum anderen. Der Süddeutsche Molassetrog mit seinen rd. 32 000 km2 ist das etwa 300 km lange Verbindungsstück zwischen der schweizerischen Molasse im Westen und der österreichischen Molasse im Osten. Im Meridian von Rosenheim-Landshut erreicht er mit 120 km die größte Breite. Die Beckenfüllung der Molasse beginnt mit Gesteinen des Lattorf und Rupel, deren größte Mächtigkeit im Bereich der gefalteten Molasse gelegen ist. Hier lag - der Helvetikum-Zone vorgelagert - zu jener Zeit das Trogtiefste, das dann während des Oberoligozän-Untermiozäns allmählich nach Norden gewandert ist. Im Untermiozän lag das Trogtiefste bereits nördlich der gefalteten Molasse, wobei sich im Helvet ein besonderer Beckenschwerpunkt im Bereich der Chiemsee-Depression herausgebildet hat. Im Torton verflacht das Becken und im Pont verschiebt sich der Schwerpunkt der Sedimentation in den mittleren Raum der Molassesenke. Die Hauptbegrenzung des westlichen und mittleren Beckennordrandes bildet der Schwäbische Jura, der auch im Untergrund der ungefalteten Molasse weit verbreitet ist. Während die Molassegesteine dem Nordrahmen randlich und störungslos aufliegen, prägt sich im Süden ein davon grundverschiedenes Bild aus.