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Zur Tektonik der nordalpinen Molassesenke

Elberskirch, W.; Lemcke, K.

Kurzfassung

I. Reflexionsseismische Untersuchungen in der ungefalteten Molasse zwischen Bodensee und Lech (Abb. 1-3, Taf. 9) Von W. ELBERSKIRCH Das Arbeitsgebiet gehört zu der südlich der Donau gelegenen nordalpinen Vorlandssenke (Molassebecken), die sich im Tertiär herausbildete und den als Molasse bezeichneten Abtragungsschutt der werdenden Alpen aufnahm. Sie kann bekanntlich der Länge nach unterteilt werden in eine schmale, gefaltete Zone unmittelbar am Alpenrand mit großen Sedimentmächtigkeiten und in ein bis zur Donau anschließendes, sehr viel ausgedehnteres Gebiet, in dem sich - jedenfalls oberflächlich - keine Faltungserscheinungen erkennen lassen und in dem die Mächtigkeit der Molasse nach N stark abnimmt. Die hier behandelten Untersuchungen erstreckten sich nur auf diese "Ungefaltete Molasse", deren innerer Bau noch weitgehend ungeklärt war. So hatten zwar die älteren geologischen Aufnahmen (vor allem KIDERLEN 1931) und die zu Beginn der Messungen noch im Gange befindlichen geologischen und sedimentpetrographischen Aufschlußarbeiten (LEMCKE und v. ENGELHARDT & FÜCHTBAUER 1953) bereits wichtige Erkenntnisse über die Lagerung der höheren Molassestufen erbringen können, doch blieb ihnen der Einblick in größere Beckentiefen naturgemäß verwehrt. Und auch die in früheren Jahren vom Reichsamt für Bodenforschung ausgeführten gravimetrischen und refraktionsseismischen Übersichtsaufnahmen sowie die dabei ebenfalls gemessenen wenigen und isolierten Reflexionsprofile (REICH 1945) hatten nur an einzelnen Stellen, vor allem im Nordteil des Meßgebietes, Anhaltspunkte für die Tiefenlage des unter der Molasse vermuteten Mesozoikums ergeben. Wie dieses jedoch im einzelnen gebaut ist und welche Beziehungen zwischen ihm und der tertiären Beckenfüllung bestehen, war noch völlig offen.