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Funde von Land- und Süßwasserschnecken in der chattischen und aquitanischen Bunten Molasse des bayerischen Allgäus

Zöbelein, Hans Karl

Kurzfassung

A. Vorwort Die mächtigen limno-fluviatilen Ablagerungen der subalpinen Molasse des Allgäus haben durch ihren mannigfachen Fazieswechsel, welchen tektonische Einwirkungen noch verwirrender gestalteten, einer exakten Stratifizierung lange Zeit widerstanden. Ihre vermeintliche Fossilarmut mußte dazu verleiten, das Alter der Schichten und deren Lagerungsweise durch Fazies- und Mächtigkeitsvergleiche zu klären. Dem im Oktober 1953 leider zu früh verstorbenen Dr. F. MÜLLER, Kempten, gebührt das Verdienst, seine auf weite Gebiete des Allgäus ausgedehnten Forschungen vorwiegend paläontologisch unterbaut zu haben. Die Bestimmung seiner Landschnecken war noch durch WENZ erfolgt, so daß MÜLLER (1930) auch wegen seiner "ausgezeichneten Unterlagen" ein "heute noch modernes Bild... über den Raum Kempten bringen" konnte, wie VOLLMAYR (1952, S. 5) betont. In gleichem Sinne und mit großem Erfolg arbeitete MUHEIM (1934) in der subalpinen Molasse des östlichen Vorarlbergs, wie auch die Stratigraphie der Bunten Molasse Westoberbayerns mittels Landschnecken geklärt werden konnte (ZÖBELEIN 1952 a, b). Von Prof. Dr. KRAUS, dem Senior der Allgäuer Molasseforschung, und Dr. FR. BREYER kam dann anläßlich des von Präsident Prof. Dr. A. BENTZ eingeleiteten sog. Molasseprogrammes die Anregung, Stratigraphie und Tektonik der Allgäuer subalpinen Molasse auf eine breite paläontologische Basis zu stellen. Dadurch sollten gleichzeitig geröllanalytische Untersuchungen, die Dipl.-Geologe S. SCHIEMENZ vornimmt, eine gesicherte Ausgangsposition erhalten, deren Fehlen die Arbeiten BODENS so sehr erschwert hatte. Die Herren KRAUS und MÜLLER konnten im Jahre 1950 selbst schon Material aus 7 neuen Fundpunkten beschaffen, das ich im Sommer 1951 bearbeitete und worüber hier mit freundlicher Genehmigung der beiden Herren berichtet wird. Im Auftrage der Preußischen Bergwerks- und Hütten-AG. führte ich dann im Herbst 1951 eine 3wöchige Fossilsuche an stratigraphisch wichtigen Stellen durch, wobei mich Herr SCHIEMENZ unterstützte. Bei diesen Begehungen kamen weitere 35 Fossilnester zum Vorschein, und zwar fast durchwegs in den schon genannten dunklen Mergelbändern (ZÖBELEIN 1952 a, S. 35).