Original paper

Die gefaltete Molasse am Alpenrand zwischen Bodensee und Salzach

Ganss, O.; Schmidt-Thomé, P.

Kurzfassung

A. Vorbemerkung Als Gemeinschaftsarbeit der Geologischen Landesämter der Bundesrepublik ist 1954 vom Bayerischen Geologischen Landesamt eine geologische Übersichtskarte der süddeutschen Molasse 1:300 000 herausgebracht worden. Ihr ist eine Profiltafel der subalpinen Molasse am Alpenrand beigegeben, die aus 20 Einzelprofilen besteht. Sie reichen vom bayerisch-württembergischen Allgäu im Westen bis zum östlichsten Oberbayern unweit der Salzach (s. Taf. 12). In den Erläuterungen zu dem genannten Gemeinschaftswerk sind die stratigraphisch-tektonischen Ergebnisse für den subalpinen Molassebereich von GANSS und SCHMIDT-THOMÉ zusammenfassend dargestellt, ohne daß auf Einzelergebnisse immer näher eingegangen werden konnte. Hier sollen diese etwas ausführlicher zur Darstellung kommen. Die Untersuchungsergebnisse aus dem Westteil zwischen Bodensee und Mangfall (Profil 1-11 auf Tafel 12) hat SCHMIDT-THOMÉ zusammengestellt, die Bearbeitung des Ostteils zwischen Mangfall und Salzach (Profil 12-20) wurde von GANSS vorgenommen. Während an der geologischen Neuaufnahme im Westen eine ganze Reihe von Mitarbeitern beteiligt war, wurde der Ostteil überwiegend von GANSS allein bearbeitet. Dort lagen bisher zum Teil noch kaum regionale Untersuchungen vor, was auf die besonders schlechten und schwierigen Aufschlußverhältnisse im Osten der subalpinen Molasse Oberbayerns zurückzuführen ist. Darum nehmen die Ausführungen von GANSS über diesen Ostteil einen breiteren Raum ein als diejenigen von SCHMIDT-THOMÉ über den Westteil, zumal aus dem Westen mit seinem größeren Mitarbeiterkreis zahlreiche ältere und neuere Veröffentlichungen vorliegen. Die größere Mitarbeiterzahl im Allgäu gegenüber dem östlichen Oberbayern geht auf die große Unterschiedlichkeit der gefalteten Molasse im Westen und Osten zurück: ihre Breite beträgt im Allgäu 15 und mehr Kilometer und nimmt im Osten bis auf wenige Kilometer ab, um dann ganz auszuklingen.