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Sedimentpetrographische Beobachtungen aus der Oberen Süßwassermolasse im Bereich von Freising bis Landshut

Schmeer, Dora

Kurzfassung

A. Vorbemerkungen Im Rahmen der geologischen Aufnahme des Gebietes Freising-Landshut (G. ABELE, B. BESCHOREN) wurden auch Sedimentpetrographische Untersuchungen an sandigem Probematerial obermiozäner bis pontischer Ablagerungen dieses Gebietes durchgeführt, wobei etwa 650 Proben zur Untersuchung kämen: Die verhältnismäßig einförmige Ausbildung der terrestrisch-limnischen Ablagerungen der Oberen Süßwasser-Molasse (OSM) der Molassesenke ist einer stratigraphischen Aufgliederung auf paläontologischem Wege gegenüber ungünstig. Bisherige Sedimentpetrographische Untersuchungen im östlichen und im westlichen Teil der ungefalteten Molasse hatten zu einer gewissen Aufgliederung der OSM geführt. Diese Untersuchungen auf den Raum von Freising-Landshut auszudehnen, war das Ziel dieser Arbeit. Im östlichen Gebiet Niederbayerns wurden in den OSM-Ablagerungen nach den Untersuchungen von K. ZÖBELEIN (1940), F. NEUMAIER und H. WIESENEDER (1939) epidot- und granatreiche Schichten beobachtet, die auf alpine Herkunft hinweisen. Abweichend von diesem Mineralspektrum ließ sich eine horizontgebundene Schüttung von Feldspatsanden feststellen, die ein deutlich abweichendes moldanubisches Schweremineralspektrum zeigen. Weitere aus dem allgemeinen Rahmen fallende Ablagerungen sind die des Quarzrestschotters mit einem durch überaus starke Verwitterungseinwirkung wesentlich veränderten Schweremineralbild. Sedimentpetrographisch ungünstig erwies sich eine Aufgliederung der einförmigen Abfolge der Oberen Süßwasser-Molasse (OSM) im westlichen Gebiet der Molassesenke, wo entsprechende Untersuchungen durch H. FÜCHTBAUER (Gewerkschaft Elwerath) im Raum Augsburg-Memmingen durchgeführt wurden. Dennoch wurde eine mineralstratigraphische Aufgliederung der Molassesedimente erzielt, die als hervorstechendstes Merkmal innerhalb der OSM die A-Grenze zeitigte (K. LEMCKE und Mitarbeiter 1953).