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Die Sedimentation der westlichen Alpenvorlandsmolasse

Füchtbauer, Hans

Kurzfassung

In den Jahren 1948 bis 1952 wurde die ungefaltete Molasse des nördlichen Alpenvorlandes zwischen Isar und Bodensee von mehreren Konsortien der deutschen Erdölindustrie geologisch und sedimentpetrographisch eingehend untersucht. Der Hauptteil dieser Arbeiten wurde von der geologischen Abteilung der Gewerkschaft Elwerath unter der Leitung von Herrn Dr. A. ROLL ausgeführt. Sie hatten das Ziel, der Erdölprospektion Hinweise zu geben für den Ansatz der seismischen Detailuntersuchungen und späterer Aufschlußarbeiten. Dabei konnten vor allem durch die sedimentpetrographischen Untersuchungen neue Erkenntnisse zur Paläogeographie der einzelnen Molassestufen gewonnen werden, über die hier nur ein zusammenfassender, kurzer Überblick gegeben wird, da sie bereits an anderer Stelle (H. FÜCHTBAUER, Transport und Sedimentation der westlichen Alpenvorlandsmolasse, Heidelb. Beitr. z. Min. u. Petr. 4, 1954, S. 26 bis 53) ausführlich behandelt worden sind. Die dort gemachten Ausführungen werden allerdings in einigen Punkten berichtigt und ergänzt, und zwar durch die erst jetzt mögliche Berücksichtigung der Schwermineraluntersuchungen von HABICHT, RENZ und TANNER in der Ostschweiz (Speer- und Hörnli-Schüttung), ferner durch die inzwischen erfolgte Fertigstellung einiger in Niederbayern unter der Leitung von F. NEUMAIER durchgeführter, noch nicht veröffentlichter Arbeiten (BLISSENBACH, GRIMM, RITTER, STIEFEL) und schließlich durch eigene, noch nicht abgeschlossene Untersuchungen der chattischen Unteren Süßwassermolasse und der Bausteinschichten. Diese neuen Befunde wurden in die der oben genannten Veröffentlichung entnommene Abbildung hineingearbeitet, welche im übrigen auf 5 Tiefbohrungen und 40, zum Teil eigens für diese Untersuchungen niedergebrachten Schürfbohrungen (etwa 400 m tief) sowie auf etwa 1400 Oberflächenproben basiert. In 8 Etappen ist darauf der Schüttungsablauf im westlichen Molassebecken dargestellt.