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Die neuesten Ausgrabungen im Ruhrgebiet

Brandt, K.

Kurzfassung

In den Jahren 1949-1953 wurden vom Vortragenden am Hillerberg b. Hiltrop zwischen Bochum und Herne Ausgrabungen mit finanzieller Hilfe der Landesregierung, der Städte Bochum und Herne und des Landesmuseums in Münster durchgeführt, die zu überraschenden Aufschlüssen über frühjungsteinzeitliche Siedlungsbauten führten. In der Lößbedeckung einer pliozänen Terrasse, die früher als Hauptterrasse angesehen wurde, fanden sich neben rund 85 Siedlungsgruben mit kennzeichnenden Tonscherben der Bandkeramiker-Kultur Pfostenlöcher und Fundamentgräbchen als Reste größerer Gebäude. Ein Teil der Funde deutet auf die Rössener Kultur hin. Das größte Gebäude hatte eine Maximal-Breite von 6,8 m und eine Länge von mehr als 62,0 m. Das Dach wurde von 3 parallelen Pfostenreihen für Seiten- und Firstpfetten gestützt. Einmalig ist der Nachweis von Umzäunungen an der SW-Seite des NW-SO-orientierten Gebäudes. Die Grabungen, welche nach den vor rund 20 Jahren bei Köln-Lindenthal durchgeführten die bedeutendsten Aufschlüsse über bandkeramische Siedlungen geliefert haben, werden im Jahre 1954 fortgesetzt.