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Geologische Studienreise nach Yemen

Schott, W.

Kurzfassung

Das Königreich Yemen liegt im Bereich des großen praekambrischen Grundgebirgsmassives von Nordostafrika/Westarabien. Der größte Teil dieses Massivs ist bereits seit dem Paläozoikum als Festlandsschwelle vorhanden gewesen. So transgrediert über das Grundgebirge im Raum von Yemen das Meer erst mit dem Jura. Tonig-kalkige Sedimente in einer Mächtigkeit von z. T. über 800 m wurden abgelagert. An der Grenze zur Kreide ist im oberen Teil dieser Serie, dort wo die pelitische Komponente gegenüber der kalkigen stark vorherrscht, Gips eingeschaltet. Es ist nicht ausgeschlossen, daß das Steinsalzvorkommen von Safir in der Wüste Ost-Yemens auch in den höchsten Jura zu stellen ist. Diese sulfatische und evtl. sogar auch chloridische Ausscheidungsfolge im hohen Malm deutet ein Zurückweichen des Meeres an. Mit Beginn der Sedimentation des darüberliegenden, dort etwa 350 m mächtigen Nubischen Sandsteins ist das Meer aus ihnen verschwunden. Stratigraphisch geht der Nubische Sandstein bis ins Cenoman. Über dem Nubischen Sandstein lagern die bis zu 1000 Meter mächtigen Trappdecken. Es sind vorwiegend Basaltdecken mit eingeschalteten Tuff- und Tuffitlagen. Mit dem jungtertiären/quartären Vulkanismus endet im wesentlichen die geologische Geschichte Mittel- und Ost-Yemens. In diesem Gebiet ist die Decke mesozoisch-kaenozoischer Gesteine oberhalb des Grundgebirges kaum gestört und hat flache Lagerung. West-Yemen gehört zum östlichen Rand des großen Roten-Meer-Grabens, wo eine Anzahl vorwiegend NW-SO gerichteter Störungssysteme auftreten, an denen das Grundgebirge mit seiner mesozoisch-kaenozoischen Decke in große Tiefen abgesunken ist. Der Einbruch des Roten Meer-Grabens hat an der Wende Eozän/Oligozän begonnen. Am Roten Meer finden sich im Bereich der Küstenebene, der sog. Tihâma, an verschiedenen Stellen Gips und Steinsalz. Das stratigraphische Alter dieser Gesteine ist noch unsicher. Wahrscheinlich gehören sie ins Jungtertiär.