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Die Anwendung von geophysikalischen Meßverfahren in Steinkohlebohrungen

Rülke, O.

Kurzfassung

Der Vortrag behandelte im ersten Abschnitt diejenigen geophysikalischen Methoden, die durch SCHLUMBERGER bei Kohleaufschluß- und Schachtvorbohrungen angewandt werden. An Hand zahlreicher Lichtbilder wurden dargestellt: Das Widerstands- und Potentialverfahren als Mittel zur Schichtgrenzen- und Schichtinhaltsbestimmung. Das Laterolog, ein Widerstandsverfahren für die gleichen Aufgaben, das jedoch bei ungünstigen Spülungswiderständen der herkömmlichen Widerstandsmessung vorzuziehen ist. Das Mikrolog zum Nachweis poröser und durchlässiger Schichten. Die Strata-Messung zur Bestimmung von Streichen und Fallen von Schichten und Störungen. Das Photoclinometer als Gerät zur Bestimmung der Bohrlochabweichung. Die Wasserzuflußmessung. Die Messung der Gamma-Strahlung, ein Verfahren, das in Verbindung mit dem Widerstandsverfahren in den meisten Fällen Kohleflöze nachweisen kann. Die Temperaturmeßverfahren zur Bestimmung der geothermischen Tiefenstufe, zur Zementationskontrolle, zur Wasser- und Gaszuflußmessung und zum Nachweis von Kohleflözen. Das Kernschießverfahren zur Probenentnahme aus der Bohrlochwand. Im zweiten Teil des Vortrags wurden zahlreiche Diagramme aus Braun- und Steinkohlenbohrungen und Zusammenstellungen von Diagrammen nach verschiedenen Meßverfahren gezeigt und gedeutet. Die Vergleiche von Widerstands- und Potentialdiagrammen bzw. Laterologs mit Mikrologs, Gammastrahlungs- und Temperaturkurven machten auf die vielen Möglichkeiten einer physikalischen Interpretation der Beschaffenheit der durchbohrten Gesteinsschichten aufmerksam. Die Korrelation von Diagrammen aus verschiedenen Bohrungen, die geologisch im Zusammenhang stehen, zeigte die Möglichkeiten, im Deckgebirge und Karbon die Schichten nach ihren physikalischen Eigenschaften weitgehend zu parallelisieren und geologische Profile zu konstruieren.