Original paper

Zusammenhänge zwischen dem Auftreten thermaler Salzsole und klimatischen Schwierigkeiten im Ruhrkohlenbergbau sowie geologisch-bergmännische Mittel zu ihrer Abwehr

Patteisky, K.

Kurzfassung

Zur. Einführung kann auf den entsprechenden Vortrag bei der Hauptversammlung der Deutschen Geol. Ges. in Osnabrück 1952 verwiesen werden (Auszug in Ztschr. d. Dtsch. Geol. Ges. 104, S. 532-533, Hannover 1952). Die thermalen Tiefensolen mit 10-20% NaCl und BaCl2-Gehalten von etwa 2 mg/l dringen insbesondere in den offen gebliebenen Drusenräumen der mineralisierten und vererzten Querstörungen auf. Von dort treten sie in die nur teilweise mit Mineralausscheidungen ausgefüllten Klüfte der mächtigeren Sandsteinbänke ein. Bei dem Anfahren von diesen Thermalsolen führenden Hohlräumen läßt sich folgendes beobachten: Wird bei. der Ausrichtung einer neuen, tieferen Fördersohle eine Solquelle angetroffen, so tritt eine parabelähnliche Absenkungskurve des Wasserspiegels in den Klüften des Gebirges ein. Dieser Absenkungstrichter wird zunehmend flacher, so daß sich die austretende Wassermenge verringert. Meist bildet sich innerhalb von 3 Monaten ein Dauerzustand heraus, bei dem nur noch geringfügige seitliche Zuflüsse zu beobachten sind. Unter dem Einfluß der Bewetterung bildet sich ein Kühlmantel um den neu aufgefahrenen Querschlag. Im Bereiche dieses Kühlmantels gibt die Sole Wärme an das Gestein ab, welche dem Wetterstrom zugeführt wird. Die dadurch bedingte Beeinträchtigung des Grubenklimas ist also abhängig von der Austrittstemperatur der Thermalsole. Die sogenannte geothermische Tiefenstufe erfährt in der Nähe der Thermalsole-Kanäle eine Abänderung. Die montangeologisch-bergtechnischen Maßnahmen gegen die Schädigung des Grubenklimas durch thermale Wässer müssen den wettertechnischen Maßnahmen vorausgehen oder zu ihnen parallel laufen. Vor allem wird anzustreben sein, vorzeitig eine neue Fördersohle aufzufahren, die warmen Wässer an Störungen in mächtigen Sandsteinbänken zu fassen durch Bohr- oder Gesenk-Brunnen - und sie durch ausziehende Wetterwege, namentlich über den Ausziehschacht, abzuleiten. Dabei ist darauf zu achten, daß die Strecken des unterhalb der Fördersohle angelegten Sumpfsystems weit genug von den Einziehwegen entfernt sind, um eine Beeinflussung des Kühlmantels zu vermeiden.