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Der geologische Bau der Kronsberg-Mulde zwischen Hannover und Lehrte

Dietz, C.

Kurzfassung

Das im Vortrag behandelte Gebiet umfaßt die Kronsberg-Mulde, die von HEINR. CREDNER 1865 erstmalig so benannt ist. Diese Mulde wird im Westen vom Benther- und im Osten von dem Sarstedt-Sehnde-Lehrter Salzstock umgrenzt, im Süden von dem Limberg- und im Norden von dem weitgespannten Engelbosteler Sattel. Ausgehend von dem durch Tiefenaufschlüsse relativ gut bekannten Untergrunde der Stadt Hannover wurde zunächst die Struktur des Benther Salzstockes mit seinen randlichen Schollen behandelt. Der Salzspiegel zieht sich als nahezu ebene Niederung von Empelde über Badenstedt nach Davenstedt und endet am Zweigkanal Limmer nahe des Schwefelbades Limmerbrunnen. Dieses Gebiet wird von den festen Gesteinen der Randschollen überragt. An der Westflanke erhebt sich der Buntsandstein des Benther Berges, weiter nach Norden stoßen Muschelkalk, Keuper und Jura spießwinklig gegen das Salzstockgebiet. An der Ostflanke zieht sich der Cornbrash in dem Geländerücken des Mühlenberges in nordsüdlicher Richtung vom Lindener Güterbahnhof bis Wettbergen hin. Im Südosten legt sich die Trias-Hochscholle von Ronnenberg an den Salzstock. Der nördliche Verlauf des Benther Sattels ist bei Stöcken durch das Einschieben der Wunstorf-Bordenauer Mulde von Westen her eingeengt, das Hauterive leitet in einem schmalen Streifen zum Engelbosteler Sattel über. Der im Stadtgebiet angetroffene Wealden und die faziellen Verhältnisse des weiter nördlich in geschlossener Decke einsetzenden Valendis wurden erwähnt. Der an der Nordostflanke des Benther Sattels liegende und bis etwa zur Liststadt verlaufende Einbruch der Oberkreide ist auf einer abgedeckten Karte dargestellt. Die Schichten bestehen hier aus Mittelsanton bis Obercampan. Der Schnitt der Abb. 1 zeigt die Lagerung der Gebirgsschichten mit den Diskordanzen des Hauterive über Wealden und Dogger und des Obersantons über Unterkreide (jungkimmerische und subherzynische Faltung). Es wurde sodann das Gebiet zwischen dem Benther Salzaufbruch und dem Kronsberg erläutert. Hier überlagert die Transgression des Hauterive die Schichten vom Dogger bis zum Wealden. Bei Ricklingen und Wettbergen sind an der Transgressionsfläche noch Reste von transgredierendem Valendis (Hils-Phase) erhalten. Die vorhandenen Strukturen werden durch das Auftreten von Cenoman südlich Devese angezeigt. In dem Raum zwischen Devese und dem Kronsberg liegt ein weitgespannter, in sich modifizierter Sattel. Das Erkennen dieser Strukturen verdanken wir zum Teil den mikropaläontologischen Untersuchungen von H. HILTERMANN.