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Die Genese der Schwefelkieslagerstätte des "Großen Grabens" bei Elbingerode im Mittelharz

Krzywicki, E.

Kurzfassung

Etwa im Zentrum des Elbingeröder Komplexes im Mittelharz setzen im Raum des "Großen Grabens" südlich von Elbingerode zwischen Keratophyr und hangendem Massenkalk (mit wechselnder Roteisenführung an der Basis) Schwefelkieskörper scheinbar lagerförmig auf. Liegendes und hangendes Nebengestein zeigen Pyritimprägnation in abnehmender Intensität mit wachsender Entfernung vom Erzkörper. ERDMANNSDÖRFFER wies schon 1913 eine Verdrängung der Feldspatmasse des Keratophyrs durch den Pyrit und damit seine spätere Zuführung nach. Zum gleichen Ergebnis kamen HESEMANN, SCHLEIFENBAUM, BEHREND und SALZMANN. ZÖLLICH und SCHWANECKE spechen weniger zutreffend von schichtigem Verband des Pyrits mit dem Roteisen und dem Kalk. Alle Bearbeiter gelangten aber, ungeachtet einer unterschiedlichen Beurteilung im Einzelnen, zu der gleichen Schlußfolgerung, daß die Pyritbildung, mit der Keratophyrförderung ursächlich verknüpft, in Form eines postvulkanischen Mineralnachschubes noch im Devon erfolgt sei. Der Keratophyr, als Differentiat eines wahrscheinlich gabbroiden Stammagmas aus der initialen, prätektonischen Phase des Magmatismus, wird dabei von einem Teil der Bearbeiter für älter als der hangende Massenkalk, von ZÖLLICH und SALZMANN, etwa in Anlehnung an die Vorstellungen von LEHMANN, als jünger, aber noch im Devon aufgedrungene intrusive Kuppe im Massenkalk gedeutet. Der Vortragende gelangte nach eingehenden Untersuchungen (1949) zu anderen Ergebnissen, die durch anschließende Bohr- und Schürfuntersuchungen unmittelbar auf ihren Wert geprüft werden konnten. Am Anfang stand die wichtige Beobachtung, daß die erzgefüllten Spalten, die reich imprägnierten Partien und Verdrängungskörper im Keratophyr fast ausnahmslos das erzgebirgische Streichen der variszischen Strukturen zeigen, Hinweise für ein syn- bzw. posttektonisches Alter der Mineralisierung. Bezüglich des Mechanismus der Vererzung spielt der Keratophyr unter den verschiedenen Gesteinen der vulkanogenen Basis des Massenkalkes eine besondere Rolle. In dem harten, kompakten Keratophyr waren die Voraussetzungen für ein Aufreißen von Klüften und Haarrissen bei der tektonischen Verformung in besonderem Maße gegeben.