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Die Peißenberger Lagerstätte nach dem neuesten Untersuchungsstande und ihre bergmännische Unterplanung

Heissbauer, H.

Kurzfassung

Die Peißenberger Lagerstätte enthält in einem Cyrenenschichtenpaket von rd. 300 m 26 Flöze, von denen regional wechselnd 3-5 bauwürdig sind. Abgebaut wird in der Peißenberger Mulde, welche im Norden von der Peißenberger Überschiebung (Cyrenenschichten gegen obere Meeresmolasse) und im Süden durch die Rottenbucher Überschiebung (untere bunte Molasse gegen obere bunte Molasse) begrenzt wird. Die querschlägige Breite der Mulde beträgt rd. 3 1/2 km, ihre streichende Länge rd. 20 km. Durch die Sulzer-Querstörung, eine nordsüd-streichende Blattverwerfung, wird die Peißenberger Mulde in ein Ost- und in ein Westfeld zerteilt. Im Westfeld, in dem sich bisher allein der Bergbau bewegt hat, sind die Lagerstättenverhältnisse so weit geklärt, daß nennenswerte Probleme nicht mehr bestehen. Die Muldenachse verläuft in 1300-1400 m Tiefe von Osten nach Westen. Die Flöze nehmen nach Westen an Mächtigkeit und Qualität ab und sind über den Lech hinaus nicht mehr bauwürdig. Ostwärts der Sulzer-Querstörung liegt die Lagerstätte flacher und im Durchschnitt in größerer Teufe. Einzelheiten in diesem Felde sind nur in unmittelbarer Nähe der Sulzer-Querstörung durch die dort aufgefahrenen Untersuchungsbaue auf der 650- und 900-m-Sohle bekannt. Der übrige Lagerstättenteil zwischen der Ortschaft Peißenberg und der Olympiastraße Weilheim-Murnau von rund 9 km streichender Länge wird derzeit durch ein Schurf- und Tiefbohrprogramm untersucht. Nachdem es bisher gelang, den die Peißenberger Mulde im Norden begrenzenden Südrand der ungefalteten Molasse stratigraphisch und tektonisch zu klären, wird nun in der Peißenberger Mulde die Fortsetzung der Peißenberger Überschiebung nach Osten, sowie Tektonik und Stratigraphie der unter der 20-50 m mächtigen Glacial-Überdeckung anstehenden oberen bunten Molasse untersucht. Spezieller Zweck dieser Untersuchungen ist es, geeignete Ansatzpunkte für Tiefbohrungen zu ermitteln, mit welchen die zwischen 800 und 1400 m Teufe vermutete Lagerstätte im Ostfeld gemustert werden soll. Im Westfeld geht der Abbaubetrieb der 3 Schachtanlagen Hauptschacht, Wetterschacht und Peking derzeit bis zur Teufe von 780 m auf mehreren Sohlen um. Diese Sohlen enthalten jedoch nur noch beschränkte Kohlenvorräte. Es wurde daher am Hauptschacht mit der Auffahrung einer 1000-m-Sohle begonnen, welche im Jahre 1956 in Förderung geht und eine Lebensdauer von rd. 25 Jahren haben wird. Unter Auswertung der Erfahrungen auf den bisherigen Sohlen wird diese Sohle ganz auf die in den letzten Jahren hier entwickelten Abbau- und Fördermethoden abgestellt.