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Wölbung und Senkung im Norden der Niederrheinischen Bucht und ihre zeitliche Datierung

Schaub

Kurzfassung

Für die als Senkungszone bekannte Niederrheinische Bucht wird aufgezeigt, daß die karbonischen Schichten dieses Gebietes eine Aufwölbung erkennen lassen. Die Sattelachsen steigen von Osten nach Westen mit 4-6° an, während sie an der Westseite der Bucht wieder abfallen. Das daraus resultierende bogenförmige Ausweichen der Südgrenze des Karbons wurde zunächst dahingehend gedeutet, daß sich das Karbon um einen präkarbonischen Sattel herumlege (SUESS, 1888). Spätere Aufschlüsse zeigten jedoch, daß es sich um ein durch Verwerfungen modifiziertes Sattelhorstgebilde handeln müsse. Der Krefelder Sattelhorst (KRUSCH). Auf Grund von Schrägschichtungs-Untersuchungen wird nachgewiesen, daß der Krefelder Sattel z. Z. der Ablagerung des Karbons als Hochgebiet nicht bestand. Die erste Aufwölbung muß demnach jünger als Oberkarbon sein, jedoch präoberpermisch, da der Zechstein über bereits an Störungen versetztes Oberkarbon transgrediert. Diese Aufwölbung wird auf Grund der Funde von Unterkreidesedimenten in Spalten bis in die Unterkreide datiert. Das Fehlen von Oberkreidesedimenten in der Niederrheinischen Bucht zeigt dann eine nach Unterkreide folgende intrakretazische Aufwölbung des Krefelder Gewölbes an, die bis in das Paläozän, Eozän anhält. Dieser intrakretazischen Aufwölbung folgt nun eine wohl bis heute anhaltende bruchtektonische Senkungsepoche wie die Verbreitung der mächtigen oligozänen Sedimente im Norden der Niederrhein. Bucht zeigt.