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Die Velener Schichten des Münsterländer Karbons und der Ablauf der Bewegungen in der subvariscischen Saumtiefe

Teichmüller, Rolf

Kurzfassung

Die auffällige Abnahme der Inkohlung am Südrand des Ruhrkarbons legt im Verein mit umgelagerten hochinkohlten Kohlenflittern im höchsten Westfal B und im Westfal C der Lippe-Mulde sowie den Riesenbrekzien im Westfal C von Roucourt die Annahme nahe, daß die Auffaltung der internen Zone der subvariscischen Saumtiefe örtlich schon an der Wende Westfal B/C einsetzte. Die Hauptfaltung der zentralen Zone ereignete sich dagegen erst nach dem Westfal C, da sich in der Sedimentation des tieferen Westfal C die späteren Sättel noch nicht abzeichnen und das Westfal C konkordant auf dem Westfal B ruht. In der externen Zone greifen bei Isselburg am Südrand der Ostholländischen Triasplatte Sandsteine, die sehr wahrscheinlich mit denen der Velener Schichten der Bohrung Coesfeld Süd 1 zu parallelisieren sind und damit dem tiefsten Westfal D - zum mindesten aber "Übergangsschichten" vom Westfal C zum Westfal D - angehören, auf Westfal B über. Deshalb liegt die Vermutung nahe, daß sich die Hauptfaltung der zentralen Zone der Saumtiefe schon an der Wende Westfal C/D ereignete. In der externen Zone sind außerdem noch schwache Bewegungen zwischen Westfal D und dem Zechstein nachweisbar. Die asturische Faltung scheint sich also in mehrere Einzelphasen aufzulösen, von denen die älteste auf den internen Teil der subvariscischen Saumtiefe beschränkt ist. Das Studium der Sedimentationsverhältnisse führt somit zum gleichen Ergebnis wie KIENOWS mechanische Analyse des tektonischen Verformungsbildes: die Bewegungen wanderten in die Saumtiefe hinein und ergriffen sukzessiv immer weitere vorlandwärtige Teile der Saumtiefe. - Um so erstaunlicher ist dabei die relative Konstanz von Fazies und Mächtigkeit des Westfal A und B zwischen Essen und Amsterdam bzw. zwischen Essen und Ibbenbüren.