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Probleme des spanischen Kambriums und neue Forschungsergebnisse

Lotze, Franz

Kurzfassung

Als Hauptprobleme der Kambrium-Stratigraphie in Spanien dürfen gelten: Die Grenzziehung zwischen Unter- und Mittelkambrium in den keltiberischen Gebieten, das Alter der kambrischen Faunenfunde bei El Cortijo in den südlichen Teilen der Montes de Toledo, die Gliederung des Kambriums im zentralen Spanien, die Altersstellung der Saukianda-Fauna in der Sierra Morena und die Frage des Vorhandenseins von Mittel- und Oberkambrium in den dortigen Gebieten, die Biostratigraphie des Kambriums in der Sierra de la Demanda, die Ausbildung und Stratigraphie des Unterkambriums im nordwestlichen Spanien. Über einige Ergebnisse eigener vergleichend-stratigraphische Untersuchungen der Hauptkambriumvorkommen Spaniens wird berichtet. So wurde in Keltiberien im klassischen Profil von Murero mit einer schichtweisen Aufsammlung der Fossilien begonnen, und dabei wurden neue Ergebnisse hinsichtlich der Unterkambrium-Mittelkambrium-Grenze erzielt. In Zentralspanien ist Unterkambrium, das in außerordentlich mächtiges Infrakambrium übergeht, verbreitet vorhanden, doch fehlen Mittel- und Oberkambrium infolge von Heraushebungen und Transgressionen vor dem Ordoviz. In Südspanien wurde der Anschluß der von RUD. RICHTER zunächst als oberkambrisch angesehenen Saukianda-Fauna an die sicher unterkambrische Protolenus-Fauna gefunden. In Nordwestspanien (León und Asturien) wurde mächtiges Unterkambrium unterhalb des fossilführenden Mittelkambriums nachgewiesen, wobei weitgehende fazielle Übereinstimmungen mit Keltiberien vorhanden sind.