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Vorkommen und stratigraphische Verhältnisse des Kambriums in den östlichen Montes de Toledo

Weggen, Klaus

Kurzfassung

Der bedeutende Fund von Ellipsocephalus pradoanus im Jahre 1855 durch den Bergingenieur CASIANO DE PRADO bewies erstmalig das Vorhandensein einer Primordialfauna in Spanien. Gleichzeitig war der Nachweis sicheren Kambriums in den Montes de Toledo erbracht worden. Bei späteren Untersuchungen zur geologischen Karte von Spanien wurden dann hier an verschiedenen Stellen fossilfreie Schichten zum Kambrium gestellt, die zwar teils kambrisch, teils aber auch silurisch oder gar devonisch sind. Vorkommen. In den Erläuterungen zur neuen Geologischen Karte von Spanien (Explicación del Nuevo Mapa Geológico de España, Tomo 1) führt SAMPELAYO folgende Vorkommen von Kambrium in den östlichen Montes de Toledo an: 1. Almonacid - Puebla de Montalban, 2. Los Yébenes, 3. Madridejos-Marjaliza, 4. Los Cortijos, 5. Porzuna, 6. Agudo, 7. Puebla de Alcocer. Fossilfunde bei Los Yébenes und Porzuna ergaben für beide Vorkommen sicheres Llandeilo. Für die anderen Vorkommen bleibt kambrisches Alter bestehen, obwohl große Teile sicheren Silurs (Arenig) mit hineingezogen worden sind. Neu konnte fossilfreies Kambrium nachgewiesen werden auf Grund der petrographischen Ausbildung oder der Lagerungsverhältnisse in den Montes de Yébenes (im Norden des Ortes), bei Fuente el Fresno, in der Sierra de Rebollarejo und westlich von Piedrabuena. Das Devon von Abenojar muß aus den gleichen Gründen zum Kambrium gezogen werden. Stratigraphie. Das Kambrium setzt ein mit einer Serie massiger, oft dolomitischer blauer Kalke. An den Kontakten mit dem Granit sind diese oft in Marmor umgewandelt oder quarzitisiert worden. Über den Kalken lagern grüne bis blaue Tonsteine mit Bänderung. Klastisches Material nimmt nach oben zu und bedingt eine feinsandige Serie. Den Abschluß des Profils bilden Quarzite und gröbere Sandsteine. In letzteren wurde eine reiche Fauna mit Ellipsocephalus angetroffen. Die petrographische Ausbildung der Schichten berechtigt zu Vergleichen mit anderen Gebieten. Danach würden die Kalke dem Ribotadolomit, die Schiefer den Huérmedaschiefern des Unterkambriums von Keltiberien entsprechen.