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Über das Mesozoikum in Portugal

Staesche, Karl

Kurzfassung

Das Mesozoikum in Portugal ist randlich den varistisch gefalteten Gesteinen der Iberischen Masse, die etwa 70% der Fläche des Landes einnehmen, angelagert. Es begleitet in einem sich nach S verbreiternden Dreieck den mittleren Teil der Westküste von Espinho (südlich Porto) bis zur Serra da Arrábida (30 km südlich Lissabon), sowie die Südküste (Algarve) in einem bis 25 km breiten Streifen. Zwischen diesen Hauptbezirken weisen isolierte kleinere Vorkommen im südlichen Teil der Westküste (bei Santiago de Cacém und bei Carrapateira) darauf hin, daß das Mesozoikum ursprünglich als zusammenhängender Saum das portugiesische Festland umgab. Der Vortrag behandelt im allgemeinen nur das Mesozoikum des nördlichen Vorkommens, des sogenannten Lusitanischen Beckens. Es beginnt mit jungtriasischen (wahrscheinlich rätischen) Ablagerungen, die am Beckenrand als Sandsteine, Konglomerate und sandige Tone, im Beckeninnern in Salinarfazies (rote Tone mit Gips, Anhydrit und Steinsalz) ausgebildet sind. Der unterste Lias (Hettangien) ist am Beckenrand ebenfalls zunächst stark sandig, dann in steigendem Maße dolomitisch-kalkig entwickelt, während im Beckeninnern die Salinarfazies andauert. Erst im Laufe des Sinemurien greift die kalkige Sedimentation auf das gesamte Becken über. Im Ober-Sinemurien finden sich örtlich geringmächtige Einlagerungen bituminöser Schiefer. Der mittlere und der untere Teil des oberen Lias ist durch ammonitenführende Mergel und Mergelkalke gekennzeichnet, deren Ausbildung der im schwäbischen Jura recht ähnlich ist, doch fehlen dem Posidonienschiefer entsprechende bituminöse Bildungen völlig. In den dem östlichen Beckenrand nächstgelegenen Gebieten (Gegend von Tomar) treten schon in dieser Zeit die Mergel gegenüber den Kalken zurück. Im oberen Teil des oberen Lias, im Dogger und im unteren Malm verstärkt sich dieser Gegensatz; während im randnahen Gebiet in kontinuierlicher Sedimentation mehr als 2000 m massige Kalke sich absetzen, die durch ihre Fossilführung (Korallen, Stromatoporen, dickschalige Muscheln usw.) sich als in recht geringer Meerestiefe gebildet ausweisen, schalten sich nach W zu immer wieder stärker mergelige und tonige Bildungen ein, die auch Ammoniten führen und die Feststellung fast sämtlicher Ammonitenzonen gestatten. Eine Sonderentwicklung zeigen der oberste Lias (Ober-Toarcien) und unterste Dogger (Aalenien) der Halbinsel Peniche (70 km nordwestlich von Lissabon); starke Beimengungen groben terrigenen Materials deuten auf ein im Westen gelegenes Abtragungsgebiet. Schon wenige Kilometer weiter östlich, in der Serra d'El-rei, ist hiervon nichts mehr festzustellen.