Original paper

Geophysikalische Forschungen in den Eisenerzgebieten Hessens

Kutscher, Fritz

Kurzfassung

In den vergangenen 25 Jahren wurden in den Eisenerzgebieten Hessens mit mehr oder weniger günstigen Ergebnissen geophysikalische Meßarbeiten durchgeführt. In erster Linie waren es geomagnetische Verfahren, die man zur Anwendung brachte. Die Notwendigkeit, die Eisenerzlagerstätten Hessens, die von Natur aus nicht reichhaltig, dazu tektonisch stark zerstückelt und unregelmäßig in der Erzführung sind, bergbaulich wirtschaftlich abzubauen, zwingt zu intensiver geologischer und bergmännischer Forschung. Die Heranziehung geophysikalischer Meßmethoden als wichtige Unterstützung bei der Verfolgung der Lagerführung ist daher weiter nicht verwunderlich; darüber wurde bereits zusammenfassend berichtet (KUTSCHER, 1953). Die geophysikalischen Arbeiten sind in ein neues Stadium getreten. Die Erkenntnis, daß man mit unzulänglichen und zu wenig auf die Objekte abgestimmten Meßmethoden bisher an die gestellten Probleme herangegangen ist, ließ den Wunsch und die Notwendigkeit nachsystematischer geophysikalischer Forschung aufkommen. Dank der finanziellen Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums konnte im Jahre 1953 ein aufgestelltes geophysikalisches Forschungsprogramm in die Tat umgesetzt werden. Das bisher ausgewertete Meßmaterial läßt zukunftsversprechende Anfangsergebnisse erkennen. Die organisatorische Leitung der Arbeiten lag in Händen des Hess. Landesamtes für Bodenforschung; es stellte die Zusammenarbeit mit dem Berg- und Hüttenmännischen Verein zu Wetzlar sowie den hessischen Bergbaubetrieben sicher, steuerte die Arbeitsrichtung und regelte den Einsatz der Meßtrupps. Bei der Beurteilung der geophysikalischen Meßergebnisse durfte auf die bewährten Fachkräfte des Amtes für Bodenforschung aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zurückgegriffen werden. Die Feldarbeiten wurden von Meßtrupps des Amtes für Bodenforschung, Hannover, und der Hess. Berg- und Hüttenwerke Wetzlar durchgeführt. Das geophysikalische Meßprogramm 1953 umfaßte die Verfolgung von zweierlei Lagerstättenproblemen. Einmal wurden die sedimentären Eisenerze in der Lahn- und Dillmulde sowie im Waldecker Bergland angesprochen, die im Gefolge einer devonischen und frühkulmischen, submarinen vulkanischen Tätigkeit entstanden sind, und zum anderen wurde das Augenmerk auf Verwitterungslagerstätten gerichtet, die in den Basaltdecken des Vogelsberges eingestreut sind.