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Die regionale Paläogeographie und Tektonik als Hilfsmittel bei der Aufsuchung von Grundwasservorkommen

Nöring, Friedrich

Kurzfassung

Der Bodenschatz Grundwasser hat mit dem Bodenschatz Erdöl viele Gemeinsamkeiten, vor allem hinsichtlich seiner Beweglichkeit. Da die Grundwassererschließung mehr und mehr in große Tiefen vordringt und zum Zweck der Süßwassererschließung die Tiefe von 1000 m in steigendem Maße überschritten wird, ergeben sich neue Aufgaben für die Grundwasserkunde. Es gilt, die Durchlässigkeit der Untergrundgesteine vorauszusagen. Die Durchlässigkeit ist abhängig von der ursprünglichen Fazies der Ablagerung, von der tektonischen Beanspruchung und vom Gebirgsdruck der überlagernden Massen. Die Gesetzmäßigkeiten der Faziesentwicklung müssen noch besser erforscht werden, da der Geologe vor der Aufgabe steht, aus Beobachtungen an Schichten in Oberflächennähe Prognosen über die Faziesentwicklung gleichaltriger Schichten unter mächtiger Gesteinsbedeckung aufzustellen. Diskussion: KUTSCHER, SCHWARZ, SOBOTHA, FALKE, MICHELS, HENKE, PICKEL, HERIBERT GÜNTHER. Herr SOBOTHA, Frankenberg, berichtete, daß in Silurschiefern (Bretagne) erfolgreiche Wassersuche alten, durch Verquarzung kenntlichen Schollengrenzen und dann rezenten Zerrungszonen folgte. Weiter verwies er auf die Anzeichen für Schottermächtigkeiten unter Talsohlen und Bedeutung chemischer Wassereigenheiten zum Verfolgen des Grundwassers.