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Zum hundertjährigen Bestehen des Notizblattes

Kutscher, F.

Kurzfassung

Die Jahre 1953 und 1954 sind durch zwei Gedenktage ausgezeichnet, die für das Hessische Landesamt für Bodenforschung von Bedeutung sind: 1953 konnte das Land Hessen auf einen 100 Jahre währenden staatlichen geologischen Dienst zurückblicken, und 1954 feiert das Notizblatt, das jährlich erscheinende Publikationsorgan des Hess. Landesamtes für Bodenforschung, sein hundertjähriges Bestehen. Während das heutige Hess. Landesamt für Bodenforschung und sein Notizblatt eine Einheit bilden, bestand vor 100 Jahren keine sichtbare Bindung. Die Gesichtspunkte, die zur Gründung beider Institutionen führten, gingen von getrennten Initiativen aus. So wurde 1853 nach gründlicher Vorarbeit durch Girard die Kurhessische Geologische Landesanstalt durch Anordnung des Kurfürsten errichtet mit dem Ziel, durch systematische geologische Gundlagenforschung dem wirtschaftlichen Aufschwung des Landes vorteilbringend zu dienen (NÖRING, 1953). 1854 wurde das Notizblatt durch den Verein für Erdkunde und verwandte Wissenschaften zu Darmstadt als Vereinszeitschrift ins Leben gerufen. Der am 11. Januar 1845 gegründete Verein für Erdkunde und verwandte Wissenschaften zu Darmstadt hatte die Anlegung einer Sammlung von Büchern und Karten geographischen und verwandten Inhalts, die Veranstaltung von Vorlesungen und Vorträgen, die Anregung zu wissenschaftlichen Arbeiten und deren Veröffentlichung in einer Vereinszeitschrift in seinem Gründungsstatut als Aufgabe verankert. Jedoch erst im Oktober 1854 wurde das erste Monatsheft des Notizblattes der Öffentlichkeit übergeben. Zur damaligen Zeit bestanden in dem Gebiet des heutigen Bundesstaates Hessen und seinem angrenzenden Raum eine beachtliche Zahl von wissenschaftlichen Vereinigungen, die sich der Pflege der Naturwissenschaften und der Überlieferung der neuen Erkenntnisse in Vereinszeitschriften widmeten. Es erschienen bereits die Annalen der Wetterauischen Gesellschaft für die gesamte Naturkunde (1. Heft 1809), die Berichte der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, die Jahrbücher des Vereins für Naturkunde im Herzogtum Nassau, Wiesbaden (1. Heft 1844), die Berichte des Vereins für Naturkunde zu Kassel, um einige herauszugreifen. Es existierten bereits Vereinigungen ähnlichen Charakters in Gießen, Marburg, Mainz, Frankfurt a. M., Offenbach, Mannheim, Heidelberg, Würzburg usw., die zur damaligen Zeit oder etwas später von ihrer Existenz und Tätigkeit durch ihre Publikationen Kunde gaben.