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Über salinare Sedimentation

Richter-Bernburg, Gerhard

Kurzfassung

I. Vorbemerkungen Wir glauben zu wissen, daß zur Sedimentation mächtiger Salzgesteine geologische Voraussetzungen gehören, die heute nirgends auf der Welt verwirklicht sind. Dieser Mangel eines nach Lage und Ausdehnung auch nur einigermaßen stichhaltigen rezenten Analogons erschwert die theoretische Deutung mancher Beobachtung und führt uns zwangsläufig entweder zum Experiment oder zur Hypothese. Da weder Versuchsanordnung noch Gedankengebäude frei sind von subjektivem Einfluß, ist die Genese bedeutender Salinar-Formationen - und damit auch die Geologie der nutzbaren Salze - noch reich an Problemen. Die physikalisch-chemischen Voraussetzungen für die Ausfällung, Umbildung und Wiederauflösung bestimmter Salze wurden von VAN'T HOFF bis D'ANS studiert und sind weitgehend bekannt, wobei der Fortgang der Arbeiten auf diesem Gebiet (z. B. durch R. KÜHN) laufend Fortschritte und neue Erkenntnisse bringt. Ihre Kombination mit rein geologischen Phänomenen bietet noch ein weites Tätigkeitsfeld für die Erforschung der Salzlagerstätten. Zu diesen Erscheinungen, von denen einige hier dargestellt werden sollen, gehören: Die räumliche Verteilung der einzelnen Salinargesteine, ihre Mächtigkeitsunterschiede, vor allem die noch wenig beachteten Varianten des Schichtungstypes und anderes. Schon diese Erscheinungen allein gestatten - wie die folgenden Ausführungen aufzeigen sollen - den Rückschluß, daß sich an den salinaren Gesteinen recht komplexe und differenzierte geologische Vorgänge ablesen lassen. Da aber diese Vorgänge bestimmend waren für die Entwicklung nutzbarer Lagerstätten (Kalisalze, Steinsalz, Gips usw.), ist ihre Erkenntnis auch von praktischem Wert.