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Ausbildung und Lagerungsformen des Kaliflözes "Hessen" im Fuldagebiet

Roth, Harry

Kurzfassung

Die Salzlagerstätte des Fuldagebietes - durch das Kaliwerk Neuhof-Ellers der Wintershall Aktiengesellschaft in seinem Südostteil bergbaulich erschlossen - war schon mehrfach Gegenstand geologisch-petrographischer Untersuchungen. Die Lagerstätte wurde von K. BECK (1912) und E. SEIDL (1923) im Rahmen größerer Arbeiten nur kurz erwähnt, erfuhr dagegen durch E. SCHRÖDER (1930) eine umfassendere Beschreibung. Obwohl seit jener Zeit infolge der Stilllegung des Werkes keine weiteren Aufschlüsse hinzugekommen sind, rechtfertigen die Ergebnisse einer speziellen geologischen Neuaufnahme der Grube (im Winter 1953) eine Darstellung von Ausbildung und Lagerungsformen des Kaliflözes "Hessen", da diese Vergleiche mit anderen Gebieten und Erscheinungen zulassen. I. Geologische Position der Lagerstätte und deren Schichtenfolge Die Kalisalzlagerstätte des Fuldabeckens stellt die südöstliche Fortsetzung der weitaus größeren des Werragebietes dar, von der sie durch das herzynisch streichende Grabensystem von Fulda-Großenlüder getrennt ist. Im Westen wird sie von den Basaltmassen des Vogelsberges und im Osten von denen der Rhön begrenzt, während sich die produktiven Kalilager im Süden etwa bis Rommerz erstrecken. Innerhalb dieses Rahmens, der im wesentlichen den Bereich der Meßtischblätter Neuhof und Großenlüder umfaßt, liegt unter flachlagerndem Buntsandstein mit einer durchschnittlichen Meereshöhe von + 300 m das Salzlager der Werra-Serie in einer mittleren Teufenlage von 200-400 m unter N.N. Die derzeitige Verbreitung der Kalilager ist durch eine stetig wirkende Ablaugung bedingt, die einen 3-5 km breiten, kalifreien Salzhang geschaffen hat. Auf Grund von Tiefbohrergebnissen und Grubenaufschlüssen im Verein mit analogen Beobachtungen an der Werra kann man jedoch mit einer primären Endigung der Flöze im Süden und Westen relativ wenig über deren jetzige Ausdehnung hinaus rechnen. Tiefbohrungen und Schachtaufschlüsse vermittelten einen recht guten Überblick über die Schichtenfolge des Salinars. Sie stimmt in ihren Grundzügen mit dem klassischen Werraprofil überein, wenn auch im einzelnen hinsichtlich der Mächtigkeiten und Ausbildung der Schichten Unterschiede auftreten. Eine Gegenüberstellung beider Normalprofile in Tab. 1 mag dies veranschaulichen. Das Liegende des Salzlagers bildet ein schwarzgrau geflammter Anhydrit, der mit dem als Anhydritknotenschiefer ausgebildeten Älteren Anhydrit (A1 alpha) des Werragebietes identisch ist.