Original paper

Schichtfolge, Gesteinsausbildung und Genesis des Muschelkalksalzes in Südwestdeutschland

Schachl, E.

Kurzfassung

Muschelkalksalz ist nachgewiesen in einer rheinisch streichenden Großzone, die sich aus der Nordschweiz über das Neckargebiet, den mittleren Main und Thüringen bis an die untere Elbe erstreckt. Für die Beckenfazies (Heilbronn) ist folgende aus Bohr- und Schachtprofilen zusammengestellte Schichtfolge bezeichnend. Von den insgesamt sieben auf Muschelkalksalz abgeteuften Schachtanlagen fördern heute nur noch Kochendorf, Heilbronn und Stetten/Hohenzollern. Die Schichtlagerung ist in den drei Gruben nahezu söhlig. Wie an verschiedenen anderen Stellen in Süd-, Nordwest- und Norddeutschland führen die in Kochendorf und Heilbronn teilweise aufgeschlossenen Orbicularis-Schichten Anhydrit in Form von Einsprenglingen, Putzen, Lagen und einer allerdings beiderseits auf wenige Meter auskeilenden bis 30 cm mächtigen Bank. Der Übergang vom kalkigen bzw. glimmerig-mergeligen Wellengebirge zu den Mausgrauen Dolomiten erfolgt unmerklich. Die letzteren sind im oberen Abschnitt anhydrithaltig und führen ohne scharfe Grenze zum erst feingeschichteten, dann flasrig geschichteten, schließlich flasrigen, besonders im oberen Teil recht reinen Grundanhydrit. Das nur in Heilbronn vollständig (?) erhaltene Steinsalz besteht aus dem grobspätigen (2-4, selten bis 10 cm) Unteren Salz, dem großenteils körnigen Bändersalz und dem ebenfalls grobspätigen Oberen Salz. Abgebaut wird i. a. nur das Untere Salz, es ist daher am besten aufgeschlossen. Die Untergrenze des Unteren Salzes ist im Heilbronner Raum, nach Literaturangaben auch bei Schwäbisch Hall, sehr unregelmäßig gestaltet. Kuppen des Grundanhydrits, der bemerkenswerterweise häufig von bis über 1 m mächtigen "Salzton"-Massen überdeckt ist, ragen oft einige Meter hoch ins Untere Salz.