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Die tertiären Salzlagerstätten im Oberrheintal-Graben

Wagner, W.

Kurzfassung

I. Vortertiäre Salze Im Bereich des Rheintalgrabens treten Salzlagerstätten zum erstenmal im Tertiär auf. Bereits im Mittleren Muschelkalk sehen wir zwar einerseits in Lothringen bei Saaralben, andererseits in Schwaben reiche Steinsalzlager, wobei die Profile weitgehende Übereinstimmung aufweisen. Aber die Bohrungen im unterelsässischen Erdölgebiet von Pechelbronn haben gezeigt, daß kein einheitliches schwäbisch-lothringisches Muschelkalk-Salzbecken vorliegt, sondern für diese Zeit im Gebiet des Rheintals eher ein trennender Rücken anzunehmen ist. - Das am Ostrand des Dammerkircher Grabens südlich von Mülhausen bei Hirzbach im Mittleren Muschelkalk erbohrte Salz schließt sich der Ausbildung von Buix bei Pruntrut, Basel, Aargau an, so daß auch hier nach VONDERSCHMITT keine Großmulde im Rheintal angenommen werden kann (siehe Karte Tafel 26). Im Mittelkeuper wiederholt sich in stärkerem Maße die Salzbildung, aber nur in Lothringen bei Château-Salins und Dieuze, in einem vom offenen Meer abgeschlossenen Becken, erscheinen zwei Salzlager, wobei in den oberen Schichten auch geringmächtige Kalisalze in Form von Polyhalit auftreten. Im Gebiet des Rheintals aber fehlen die Salze, wie die Tiefbohrungen ergaben, und die Entwicklung des Keupers zeigt wiederum die gleiche Ausbildung wie im badischwürttembergischen Gebiet. Weder im Muschelkalk noch im Keuper kann also von einer, die tertiäre Rheintalgrabenbildung etwa vorbereitenden Einsenkung mit Salzbildungen im Unterelsaß die Rede sein, und das Salzlager des Muschelkalkes im Sundgau überschreitet die Ränder des Grabens. Das Auftreten der tertiären Steinsalz- und Kalisalz-Lagerstätten ist dagegen an die Bildung des Rheintalgrabens gebunden. Das ganze Oberrheingebiet wurde am Schluß der Jurazeit dem Bereich des Meeres und seiner Ablagerung entzogen. Es war während der Kreidezeit Abtragungsgebiet.