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Die Laugenspeicher in den Schichten des Zechsteins und ihre Gefahren für den Salzbergbau

Baumert, B.

Kurzfassung

Jeder Bergbauzweig hat seine besonderen Gefahrenquellen. Der Salzbergbau im Zechstein hat von Anfang an das Wasser und die Laugen als seinen größten Feind fürchten gelernt. Wie ernst diese Gefahr schon einmal beurteilt wurde, kommt sehr treffend in dem um die Jahrhundertwende geprägten Ausspruch zum Ausdruck: "Jedes Kaliwerk muß einmal ersaufen." Wenn auch heute die Gefahr anders beurteilt wird, angesichts der Tatsache, daß zahlreiche ältere Kaliwerke eine Lebensdauer von mehr als 50 Jahren erreicht haben, so sind doch dem Kalibergbau durch schwere Laugeneinbrüche und Wasserzuflüsse gewaltige Schäden zugefügt worden: 42 Schachtanlagen sind ersoffen, weitere 62 stehen ganz oder teilweise voll Lauge, mehr als 1 Million cbm Tagebrüche und Erdfälle entstanden über den ersoffenen Grubenbauen, nasse Schächte erfordern bedeutende Aufwendungen für die Pflege und die Wiederinstandsetzung des Mauerwerks und der Tübbingsäule, 25 gußeiserne Dammtore und eiserne Deckel sowie 17 Mauerdämme mußten eingebaut werden zum Schutze gegen die Laugengefahr, soweit Grubenbaue bedroht waren. Die Gesamtkosten aller Schäden sind auf 250 Millionen Mark geschätzt worden, wobei der ungeheuere Vorrat an Kalisalzen in den Sicherheitspfeilern um die ersoffenen Grubenbaue nicht eingerechnet ist. Wenn man den Gründen nachgeht, die die Laugenkatastrophen herbeigeführt haben, so wird man zweifellos manche Fehler bei den Abteuf- und Gewinnungsarbeiten besonders im Anfang der Entwicklung dafür verantwortlich machen können; in den meisten Fällen aber muß der geologische Aufbau der Lagerstätte mit seinen zahlreichen Laugenspeichern im Hangenden, im Liegenden und seitlich der Grubenbaue als ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Gefährlichkeit der Laugen angesehen werden. In jüngster Zeit mehren sich auch Beobachtungen über den Einfluß der Naturkräfte auf die Laugengefahr im Salzbergbau.