Original paper

Über die Sporendiagnose des deutschen Zechsteinsalzes und des alpinen Salzgebirges

Klaus, Wilhelm

Kurzfassung

Das Problem Proben aus dem deutschen Zechsteinsalz und dem alpinen Salzgebirge führen fossile Mikrosporen. Es sind in der Mehrzahl dieselben Formgattungen und -arten, welche in den beiden Lagerstätten auftreten, und auch die Vergesellschaftung weist große Ähnlichkeiten auf, worauf sich die Annahme geringer Faziesunterschiede begründen könnte. Neu für die Salzsporendiagnose ist die Bestimmung der absoluten Sporenzahl pro ccm Sediment. Auf diese Weise sollen Probleme der Feinstratigraphie, Fazies und Sedimentation beleuchtet werden. Einen Beitrag zu Fragen der Altersdatierung der alpinen Salzlagerstätten liefert die aus neuen Vergleichsuntersuchungen des Zechsteins gewonnene Erkenntnis, daß in Sedimenten des alpinen Salzgebirges die Elemente des oberen Perm stark vertreten sind und in den Werfener Schichten zugunsten einer neuen Form zurücktreten (vgl. Abb. 2). Die sporendiagnostischen Untersuchungen HUGO LÜCK's am deutschen Zechsteinsalz konnten - nach 30jähriger Unterbrechung - durch Verf. fortgesetzt und durch zeitgemäße Methoden ergänzt und erweitert werden. Tektonik bewirkt im Salzgebirge - besonders im alpinen - Superlative an Deformation und Verstellung ursprünglicher Schichtfolgen. Gerade deshalb ist das Bedürfnis nach paläontologischen Unterlagen zur Erörterung von Fragen des Alters, der Lokalstratigraphie und Deutung der Genesis der Sedimente seit jeher besonders groß, bis heute aber so gut wie unbefriedigt geblieben. Die Kristallisationslaugen der Salinare mit ihrer hohen Azidität repräsentierten ein recht lebensfeindliches Biotop, das uns so gut wie keine animalischen Fossilreste überliefern konnte. - Dagegen hat man fossilen Blütenstaub in Salzsedimenten gefunden. Daß Mikrosporen im Alt-Mesophytikum genau so wie heute förmlich in Wolken von der Luftströmung auch in die Sedimentationsbecken des Salzes getragen und dort fossil bis zum heutigen Tage erhalten blieben, wurde am deutschen Zechsteinsalzton im Jahre 1913 von H. LÜCK zum erstenmal klar demonstriert.