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Salzdiapirismus im nördlichen Spanien

Lotze, Franz

Kurzfassung

I. Auf der Iberischen Halbinsel gibt es zwei bedeutende Salzformationen, eine ältere im Keuper und eine jüngere im Grenzbereich Eozän-Oligozän bzw. im tieferen Oligozän. Außerdem gelegentlich auftretende schwache Salzflöze im Miozän, besonders im Sarmat, sind zu geringmächtig, um eine "Salztektonik" von regionaler Bedeutung zu ermöglichen. Die ausgedehnten und sowohl geologisch-tektonisch wie wirtschaftlich bedeutsamen Salzablagerungen im Alttertiär Kataloniens und Navarras mit ihren bekannten Kalivorkommen zeigen wohl vielfach Ansätze zum Diapirismus, besonders dort, wo im Ebrobecken auflagerndes Alt- und Jungtertiär eine höhere Mächtigkeit (bis mehrere 1000 m) erreicht und damit die Auflast beträchtlich wird. Es handelt sich hierbei aber mehr um lang sich hinziehende diapire Falten, denen nur gelegentlich, so im Schnittbereich mit markanten Querzonen, echte Diapirausbrüche aufgesetzt sind. Im westlichen Teil des Ebrobeckens ist das z. B. bei Puente la Reina der Fall. II. Der Keuper ist in weiten Bereichen der Iberischen Halbinsel salinar. Auf dem stabilen Block der Meseta und in deren Randzonen bleibt die Mächtigkeit seines Salzgebirges indessen gering, und somit fehlt hier die Neigung zu echtem Diapirismus. Anders ist die Sachlage in der westlichen Fortsetzung des Pyrenäentroges, im pyrenäisch-kantabrischen Grenzbereich und in der sich daran nach Westen, im Raum zwischen San Sebastian, Pamplona, Vitoria, Villarcayo und Santander anschließenden baskisch-kantabrischen Teilgeosynklinale. Charakteristisch ist für diesen Raum stärkster Senkung nicht nur die beträchtliche Salzmächtigkeit im Keuper und das Vorhandensein von Kalisalzen (beides ist zwar nicht auf spanischem Boden, wohl aber in den baskischen Gebieten Südwestfrankreichs durch Bohrungen erwiesen), sondern auch das häufige Auftreten von Ophit. Dessen Verbreitung kennzeichnet geradezu den Baum ausgeprägter geosynklinaler Trogbildung.