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Salzsättel und Deckgebirge

Martini, Hans Joachim

Kurzfassung

1. Zur Einführung Unsere Kenntnisse vom Mechanismus der Gebirgsbildung im westlichen und nördlichen Vorland des Harzes fußen auf den Arbeiten von STILLE (1910, 1913, 1917 u. a.), der diesen Raum als den der klassischen saxonischen Rahmenfaltung, als Gebiet des kongruenten Faltenwurfs bezeichnete. LOTZE (1938) stellt dieses "Faltenland" Mittelsaxoniens dem "Bruch- und Schollenland" Nord- und Südsaxoniens gegenüber. GERHARD RICHTER (1938, 1949) weist darauf hin, daß sich zumindest in Teilen dieses Raumes echte Faltung und Verbiegung an oder über Brüchen (also Schollenrändern) mischen. SCHMIDT-THOMÉ (1938) und CARLÉ (1939) sprechen - auf SCHUH (1922) und WOLDSTEDT (1927, 1934) fußend - einige "Sättel" und "Mulden" Mittelsaxoniens als positive bzw. negative Beulen an. So wird eine Entwicklung der Anschauungen deutlich, die, wie im übrigen Saxonien (STILLE 1936), immer mehr von der ursprünglichen Auffassung Mittelsaxoniens als eines Gebietes reiner Faltung wegleitet. Verfasser hat in den Jahren nach dem Kriege die tektonischen Verhältnisse der Schichtenaufwölbung des Hildesheimer Waldes mit Schwerpunkt im Raum Salzdetfurth über- und untertage näher untersucht. Dabei ergaben sich Hinweise sowohl zur Frage nach den Zusammenhängen zwischen dem sattelförmigen Bau des Deckgebirges und den Salz-Anschoppungen im Innern der mittelsaxonischen Gewölbe wie auch zur Frage nach der tektogenetischen Stellung dieser Gebilde und nach den tektonischen Zusammenhängen zwischen Süd-, Mittel- und Nordsaxonien. Über die Ergebnisse der Arbeiten im Hildesheimer Wald soll demnächst im Geologischen Jahrbuch berichtet werden. Im Folgenden ist daher eine Beschränkung auf eine Darstellung der für unsere Fragestellung wichtigen Erkenntnisse möglich.