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Subrosionserscheinungen am Lüneburger Salzstock

Schmidek, R.

Kurzfassung

Geologischer Überblick Der Salzstock von Lüneburg ist einer der ältest bekannten Salzkörper Nordwestdeutschlands. Er ist in seiner Gesamtstruktur äußerst breit angelegt. Sein südlicher Nachbar, der Rundhorst von Kolkhagen, ist dem Typ Lüneburg sehr ähnlich. Nach der seismischen Abgrenzung ist der Kolkhagener Salzstock annähernd ebenso groß, in seiner Salzoberfläche jedoch rd. 15mal größer als der Lüneburger, so daß sicher nur ein Teil der Salzmassen der Lüneburger Salzstruktur an den letzten Phasen des Salzauftriebes zur Tagesoberfläche beteiligt war. Die Salzmassen des Zechsteins sind pfropfenförmig aufgestiegen und haben ursprünglich die den Zechstein überlagernden Gesteine des Mesozoikums (Trias und Kreide) sowie das Tertiär durchstoßen. Der Auftrieb erfolgte in mehreren Phasen; ein letzter starker Impuls erfolgte im Miozän. Ob noch heute ein schwacher Auftrieb des Salzes stattfindet, wie es GRIPP beim Segeberger Salzstock annimmt, kann mit Bestimmtheit nicht gesagt werden. Die durch den Salzauftrieb durchstoßenen Gesteine des Mesozoikums und des Tertiärs umgeben den Salzpfeiler mantelartig. Das Einfallen dieser Schichten erfolgt zunächst zwischen 45° und 80° annähernd radial vom Salzpfeiler weg und verflacht sich zur Muldenlinie. Mesozoikum und Tertiär stehen teilweise zu Tage an oder sind nur mit einer hauchdünnen Decke von Diluvium überzogen. Die Salzoberfläche (Salzspiegel) nimmt im westlichen Stadtgebiet ungefähr eine Fläche von rd. 1 qkm ein, wovon der östliche Teil eine enge, hingegen der westliche Teil eine schwache Bebauung aufweist. Inmitten des Salzspiegels liegen die Gipsmassen des "Kalkberges" mit einer Ordinate von + 58 m NN. Die Gipse des Kalkberges sind dem "Hauptanhydrit" zuzugliedern. Ein weiteres Gips vorkommen, das inzwischen abgebaut worden ist, deren Reste heute noch zu erkennen sind, liegt an der Westseite des Salzspiegels beim sog. Schildstein. Inselartig treten innerhalb der Salzmassen infolge der Kulissenverfaltung einige mit Quartär bedeckte Gipspfeiler auf, die innerhalb der Salzoberfläche eine besondere Bedeutung haben.