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Exkursion in die Schichtenaufwölbung des Hildesheimer Waldes und Befahrung des Kaliwerkes Salzdetfurth

Martini, Hans Joachim

Kurzfassung

Exkursionsziel: Diskussion der Zusammenhänge und Unterschiedlichkeiten zwischen Salztektonik und Deckgebirgstektonik im Bereich der Schichtenaufwölbung des Hildesheimer Waldes (vgl. H. J. MARTINI, dieser Bd., S. 823). Vormittags: Befahrung der Kaligrube Salzdetfurth. - Normalprofil der Salzfolge von Zechstein 2 und 3 vom Staßfurt-Steinsalz bis zur Anhydritmittel-Zone [(Na 3 am); vgl. RICHTER-BERNBURG, dieser Bd., S. 843]. Kaliflöz Staßfurt (K 2) in trümmer-carnallitischer Ausbildung, örtlich mit Hartsalzfuß. Flöz Ronnenberg im tieferen Tal carnallitisch, im oberen sylvinitisch entwickelt. Auf der 774-m-Sohle wurde von Schacht I streichend nach WNW bis in die Umgebung der Blindschächte II 5 und III 1 gefahren. Die Grubenaufschlüsse liegen hier im Mittelteil der Salzaufwölbung der sogenannten "Mittelscholle". Das Salzgebirge zeigt ruhigen Faltenwurf. Allerdings sind in Teilen des aufgeschlossenen Bereichs bei der Fließfaltung des Salzes die schwerer beweglichen Teile der Schichtenfolge zurückgeblieben, so daß das Flöz Ronnenberg direkt dem Flöz Staßfurt auflagert (sogenannte "Mutterstellen"). An anderen Stellen findet man die tiefen Teile des Zechsteins 3 zu großen Mächtigkeiten angestaucht. Südlich Blindschacht III 1 liegt - in der genauen Tiefenfortsetzung der im Deckgebirge die Schichtenaufwölbung des Hildesheimer Waldes streichend durchziehenden Störungszone - eine schmale Zone enger isoklinaler NE-vergenter Salzfalten, an die sich nach S hin eine anscheinend bis zum Salzspiegel reichende breite Aufwölbung von Staßfurt-Steinsalz anschließt. In der Zone isoklinaler Faltung hat man die Grenze zwischen Mittelscholle und Südscholle zu sehen. In der Südscholle ist der Fließfaltenwurf ungleich intensiver als in der Mittelscholle. Abschließend wurde um Schacht I das lokale Einlenken der Salzfalten der Mittelscholle in rheinisches Streichen diskutiert. Es war erkennbar, daß diese rheinisch beeinflußte Zone im Kulminationsgebiet der von E her aufsteigenden und nach W zu wieder einfallenden Salzfalten-Achse liegt.