Original paper

Befahrung des Kaliwerkes "Bergmannssegen-Hugo" der Wintershall AG.

Roth, H.

Kurzfassung

Die Schachtanlage "Bergmannssegen-Hugo" liegt im nördlichen Abschnitt des Salzstockes von Sarstedt-Sehnde-Lehrte, auf dessen Westflanke die Kalilager gebaut werden (s. S. 874). Der Lage im inneren Teil des Zechsteinbeckens entsprechend ist die Schichtenfolge vom Älteren Steinsalz der Staßfurt-Serie bis zum Tonbrockensalz der Aller-Serie nahezu vollständig entwickelt. Die Exkursionsroute wurde so gewählt, daß dieses Profil lückenlos begangen werden konnte. Gleichzeitig sollte dabei ein Überblick über die tektonischen Verhältnisse gewonnen werden (dazu Abb. 1). Im Schachtquerschlag Hugo, östlicher Teil, beginnt das Profil im Na2, das hier den Kern einer nach Süden geöffneten Kulisse bildet. Das Steinsalz ist grobspätig und weist nur undeutliche Schichtung auf. Sein metamorpher Charakter tritt an dieser Stelle besonders in Erscheinung. Der Westflügel der hufeisenförmigen Kulisse wird von der Folge Staßfurt- bis Ronnenberg-Lager gebildet. Nach einer kleinen, kulissenartigen Einfaltung des Flözes Staßfurt von Süden her in den Na2-Kern hinein wird dieses im normalen Schichtenverband angetroffen. Der feingeschichtete "Kieseritfuß" leitet vom Na2 in das Flöz Staßfurt über. Es zeigt die für das hannoversche Gebiet normale Ausbildung als grauer, gut geschichteter Kieserit-Sylvin-Halit (= Hartsalz). Dieses Flöz stellt einen Höhepunkt der Salzausscheidung dar (progressive Phase), während die Abscheidungskurve mit dem folgenden Decksteinsalz und dem Gebänderten Anhydrit (Wechsellagerung Ton-Anhydrit) bereits wieder zu einem neuen Tiefpunkt, dem Grauen Salzton (T 3), absinkt. Dieser ist im liegenden Teil sandig-tonig, zum Hangenden hin mehr dolomitisch entwickelt. Mit ihm beginnt die Zechsteinfolge 3 (Leine-Serie).