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Exkursion zu den Tagesaufschlüssen im Bereich des Sarstedt-Lehrter Salzstockes

Dietz, Curt

Kurzfassung

Der Sarstedt-Lehrter Salzstock erstreckt sich in wechselnder Breite von Rössing über Ahrbergen-Sarstedt-Gödringen-Hotteln-Bledeln-Wehmingen-Sehnde-Köthenwald bis Lehrte. Das Salzstockgebiet fällt im Gelände als langgestreckte Depression auf, die von den nach außen geneigten Randschollen der Trias, des Jura und der Kreide überhöht wird. Je nach der Härte der Gesteine ist der morphologische Abfall zum Salzstock steiler oder flacher. Der rheinisch streichende Salzaufbruch steht im Süden, zwischen Elze und der Marienburg, mit der herzynisch verlaufenden sog. Leintal-Achse in Verbindung. Die nördliche Fortsetzung weist über Lehrte hinaus zum Salzstock von Hänigsen-Wathlingen. An den Sarstedt-Lehrter Salzstock stoßen im Westen die Struktur der Kronsberg-Mulde, im Osten die des Rautenberg-Sattels, im Südosten die Trias-Antiklinale der Giesener Berge und im Süden die Emmerke-Mulde. Der Salzstock scheint in mehreren orogenen Phasen emporgestiegen bzw. bewegt zu sein. In den Randschollen ist als älteste Diskordanz die des Serpulites über Dogger erkannt. Dann transgredieren nacheinander Wealden, Valendis und Hauterive. Auch vor dem Alb haben Bewegungen stattgefunden (Unteralb über Hauterive und Barrême im Erbenholz bei Müllingen). Ob an diesen Bewegungen der Salzstock als solcher beteiligt war, läßt sich nicht mit Gewißheit sagen, dagegen war das Salz vor der Ablagerung des Obersanton (Granulatensenon) bereits aufgestiegen (Ilseder Phase). Das Granulatensenon transgrediert einmal auf dem Salzstock nördlich Lehrte (Bohr. "Lehrte 7", L. RIEDEL 1942, S. 34) und zum anderen über seiner südlichen Endigung zwischen Barnten und der Hebungslinie der Giesener Berge. Weitere Bewegungen dürfte das Salzgebirge im Tertiär erfahren haben.