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Hydrogeologische Grundlagen der Wasserversorgung in Westdeutschland

Grahmann, Rudolf

Kurzfassung

Das Grundwasser geht hauptsächlich aus dem zur Versickerung gelangenden Anteil der Niederschläge hervor, reichert sich in geeigneten Leitgesteinen an und ergießt sich schließlich in offene Gewässer. Als besonderer Zweig eingeschaltet in den allgemeinen Kreislauf des Wassers ist es ein nur zeitweiliger Gast im Untergrunde, ein Bodenschatz, dem laufend nur die Menge seines natürlichen Umsatzes entnommen werden kann. Diese Erkenntnis stellt jede Erforschung des Grundwassers, sei sie allgemein oder für einen gegebenen Zweck, vor eine hydrologische und eine geologische Aufgabe. Deswegen habe ich schon vor langen Jahren zwischen einer Grundwasserhaushaltskunde und einer Grundwasserlagerstättenkunde unterschieden. Später schlug ich den Ausdruck Grundwasserspeicherstättenkunde vor. Nachdem sich jedoch der nach A. HAHN im Dinblatt 4049 gegebene Ausdruck Grundwasserleiter für durchlässige wassererfüllte Gesteine als gut brauchbar mehr und mehr eingeführt hat, könnte man die dem Geologen in der Grundwasserforschung obliegende Aufgabe auch als Grundwasserleiterkunde bezeichnen. Natürlich wird auch der Hydrologe, der den Grundwasserumsatz erforscht, den geologischen Aufbau zu berücksichtigen haben. Die folgenden Ausführungen bringen vornehmlich einen Überblick der guten Grundwasserleiter im Bundesgebiet und ihrer Nutzung. Aber es muß gerade in diesem Zusammenhange allgemein und auch örtlich auf die Frage der Grundwasserernährung eingegangen werden.