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Ionenumtausch und der Chemismus von Grund- und Mineralwässern

Schwille, Friedrich

Kurzfassung

1. Die "basenaustauschende" Wirkung mancher Böden und Gesteine ist dem Geologen von der Bodenkunde her hinreichend bekannt. Es überrascht daher, daß die hydrogeologische Forschung in Deutschland die reichen Erfahrungen der Bodenkunde noch nicht genügend berücksichtigt hat. Anders liegen dagegen die Verhältnisse im Ausland. In den Vereinigten Staaten z. B. erschienen vor rund 30 Jahren einige grundlegende Arbeiten, die die Wirkung des Ionenumtausches auf die chemische Zusammensetzung von Grundwässern beschrieben. Auch von seiten einiger Ölgeologen, die sich mit dem Studium von Ölfeldwässern befaßten, wurden interessante, z. T. auf Laboratoriumsversuche gestützte Beiträge geliefert. Einige Arbeiten aus neuerer Zeit haben die früheren Auffassungen als richtig bestätigt und darüber hinaus weitere wertvolle Erkenntnisse vermittelt. Für den amerikanischen Hydrogeologen ist der lonenumtausch eine selbstverständliche Tatsache, mit der er stets rechnet. (Einige der wichtigsten Autoren: RENICK, RIFFENBURG, MCTAYLOR, CASE, CEDERSTROM, FOSTER.) - In Frankreich erschien vor 20 Jahren eine Arbeit von SCHOELLER, die sich mit tunesischen Wässern befaßt, und an Hand einer Fülle von Beispielen verschiedene Wassertypen durch Austauschvorgänge erklärt. - ODUM & CHRISTENSEN haben die Umtauschtheorie bei der Deutung dänischer Wässer angewandt. In Deutschland hat m. W. HARRASSOWITZ (1932), angeregt durch RENICK und RIFFENBURG, zum erstenmal für einen Teil der natriumhydrogenkarbonathaltigen Wässer Deutschlands die Entstehung durch Umtauschvorgänge erklärt. Einige andere Autoren deuten für solche Wässer gleiche Entstehung an, ohne indessen den Beweis dafür zu erbringen. Hydrochemische Untersuchungen, die den Ionenumtausch betreffen, sind z. T. im süddeutschen Raume im Gange (ABELE, CARLÉ, GERB). Veröffentlichungen liegen jedoch noch nicht vor.