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Grundwasserchemismus und Speichergestein

Becksmann, Ernst

Kurzfassung

Das Grundwasser hält sich mehr oder weniger lange in engstem Kontakt mit den Gesteinen seines Speichers auf. Dabei stellt sich naturgemäß mehr oder weniger rasch ein chemisches Gleichgewicht ein. Als Kronzeuge für die frühzeitige Erkenntnis dieser Tatsache pflegt man Plinius den Älteren zu zitieren. F. NÖRING (1951) hat eine brauchbare Aufgliederung chemischer Grundwassertypen gegeben, wie sie sich durch die Vorgänge der Lösung bzw. chemischer Umsetzungen einerseits, bei verschiedenen Gesteinen auf der anderen Seite ergeben. Bei der Ausdeutung hydrochemischer Befunde muß man aber auch bedenken - auch das ist keineswegs neu -, daß bereits das Niederschlagswasser kein chemisch reines Wasser ist und daß auf dem Sickerweg von der Erdoberfläche zur Grundwasseroberfläche noch mannigfache Beeinflussungsmöglichkeiten gegeben sind, die neben dem Speichergestein dem Grundwasserchemismus einen mehr oder weniger deutlichen Stempel aufdrücken können. Meine Ausführungen beabsichtigen nun nicht, nochmals eine theoretische, systematische Darstellung dieser Zusammenhänge zu geben; sie sollen nur eine Reihe von Beispielen aus meinem nordbadischen Arbeitsgebiet bringen, bei denen die Beziehungen zwischen Hydrochemie und Hydrogeologie zunächst etwas problematisch erschienen, Beispiele jedoch, bei denen die Zusammenhänge bzw. die Lösungen der Probleme vielleicht mehr als nur örtliches Interesse haben dürften.