Original paper

Lysimetermessungen und andere gewässerkundliche Verfahren zur Ermittlung der Grundwassererneuerung

Friedrich, W.

Kurzfassung

Die Sorgen um ausreichendes Wasser haben bereits vor dem letzten Krieg dazu geführt, daß sich die maßgebenden Stellen mit wasserwirtschaftlichen Generalplanungen befaßten und daß Wasserwirtschaftsstellen eingerichtet wurden. Diese letzteren hatten zum Unterschied von den Wasserwirtschaftsämtern, Wasserbauämtern und anderen Dienststellen der Wasser- und Kulturbauverwaltungen keinerlei Bauaufgaben. Ihre Aufgabe bestand vielmehr darin, jeweils für ein in sich geschlossenes Einzugsgebiet ohne Rücksicht auf Verwaltungsgrenzen die Grundlagen für eine Wasserwirtschaft auf lange Sicht zu schaffen und Rahmenpläne für die planmäßige Bewirtschaftung des Wassers aufzustellen. Zu den zu schaffenden Grundlagen gehörte eine genaue Bestandsaufnahme sowohl des Oberflächenwassers als auch des Grundwassers. Da das Wasser sich bekanntlich von den sonstigen Bodenschätzen dadurch unterscheidet, daß seine Menge dauernden Schwankungen unterworfen ist, so waren bei der Bestandsaufnahme außer den durchschnittlichen auch noch die extremen Verhältnisse zu erfassen. Durch den Krieg und die Nachkriegsverhältnisse sind die Wasserwirtschaftsstellen mit wenigen Ausnahmen verschwunden, und damit hat auch die staatliche Lenkung der wasserwirtschaftlichen Generalplanung praktisch aufgehört. Die Häufung von trockenen Jahren sowie die höheren Ansprüche an das Wasser, sowohl hinsichtlich der Menge als auch der Güte, haben gezeigt, daß eine planmäßige Bewirtschaftung des Wassers heute notwendiger als je ist. Um die Entwicklung voranzutreiben, haben sich eine Reihe von Fachleuten in dem Arbeitskreis für wasserwirtschaftliche Rahmenplanung zusammengeschlossen, der es als seine Aufgabe ansieht, die Grundlagen für die Rahmenplanung zu erarbeiten. Einer der Ausschüsse dieses Arbeitskreises beschäftigt sich mit der Frage, ob es möglich ist, aus den Ganglinien der täglichen Abflüsse der natürlichen Wasserläufe den Anteil zu ermitteln, den das Grundwasser zum Abfluß der Wasserläufe beiträgt. Da der Abfluß an vielen Stellen laufend gemessen wird, würde sich, wenn der Weg sich als gangbar erweisen sollte, der Grundwasserabfluß vieler Einzugsgebiete ermitteln lassen.