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Schutz von Grundwasservorkommen in Tiefbohrungen

Runge, H.

Kurzfassung

Einleitung Während bereits seit längerer Zeit anerkannte Heilquellen durch recht ausgedehnte, oft vielleicht sogar unnötig ausgedehnte Schutzgebiete gesichert wurden, in deren Bereich gewisse Eingriffe in den Untergrund, u. a. auch die Niederbringung von Tiefbohrungen, nicht oder nur unter Auflage von ganz besonderen Vorsichtsmaßnahmen statthaft waren, fehlte es an einer ausgeprägten sonderrechtlichen Grundlage für einen vergleichbaren Schutz von Grundwasservorkommen. Wenn mit der zunehmenden Sorge um ausreichende Wasserversorgung eigentlich erst neuerdings die Forderung nach Grundwasserschutz nachdrücklicher erhoben wurde, so kann man wohl den ersten gesetzlich verankerten Erfolg dieser Bestrebungen in der neuen Tiefbohrverordnung des Oberbergamts Clausthal-Zellerfeld vom 17. Juli 1953 - in Kraft getreten mit dem l. Januar 1954 - und in den sie ergänzenden Bestimmungen des gleichen Oberbergamts über das Verfüllen auflässiger Tagesbohrlöcher vom 9. September 1953 finden. Während die hierdurch abgelöste Bergpolizeiverordnung des OBA Clausthal im unterirdischen Wasser nur einen Feind der Erdölvorkommen sah, enthalten die erwähnten Erlasse Bestimmungen für den ausdrücklichen Schutz solcher "Wasserhorizonte, die zur Wasserversorgung dienen oder dafür in Betracht kommen können", welche die Grundlage geben, um auf dem Wege des Betriebsplanverfahrens wirksam Schädigungen von Grundwasservorkommen vorzubeugen.