Original paper

Stockwerke und Wanderwege von Mineralwässern in Franken

Carlé, Walter

Kurzfassung

I. Einführung Die Landschaft Franken ist ein Teil der süd- und mitteldeutschen Schichtstufenlandschaft. Zwischen den Grundgebirgs-Aufragungen des Odenwald- und des Spessart-Schildes und den in einem tektonischen Tiefgebiet liegenden Juraschichten sind Trias und Zechstein, zonenweise unterlagert von Rotliegendem, verbreitet (WEIDENBACH und VOLLBATH 1954). Die Schichttafeln sind weitspannig verbogen; bei fortschreitender Spezialaufnahme werden ständig weitere Verwerfungen verschiedenster Richtung aufgefunden, auch in Gebieten, die noch vor wenigen Jahren als unzerbrochen galten (CARLÉ 1950 b). Selbst der variszisch verformte Unterbau dürfte von Bruchstörungen beträchtlichen Ausmaßes durchzogen sein; Anzeichen dafür sind vorhanden, daß rheinisch gerichtete Brüche, die im Deckgebirge nur untergeordnet auftreten, im tieferen Untergrund größere Bedeutung haben (CARLE 1952). In Verbindung mit den oberflächenbildenden Kräften regelt die Tektonik die heutige Verteilung der einzelnen Formationen. Werden Krustenteile über die Vorfluter herausgehoben, so vollziehen sich flächenhaft weit ausgedehnte chemische Veränderungen der einzelnen Schichtstufen infolge Herauslösens leichter löslicher Stoffe durch wandernde Untergrundwässer. Wo heute noch in übernormalem Umfang gelöst wird, sei es über oder unter der Vorflut, liegen die Bildungsräume der Mineralwässer; dies sind Wässer, die mehr als im üblichen Maß mit Mineralstoffen beladen sind. Auf Grund von Vereinbarungen werden alle Wässer mit einem Lösungsinhalt von mehr als 1 g im kg Wasser als Mineralwässer bezeichnet (vgl. W. FRESENIUS 1949, K. FRICKE 1954, W. ZÖRKENDÖRFER 1949).