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Die geologisch-hydrologischen Grundlagen der Wasserversorgung des Saarlandes

Semmler, W.

Kurzfassung

In den meisten Ländern Mittel- und Westeuropas hat nach dem Kriege eine starke Steigerung des Wasserverbrauches eingesetzt. So auch im Saarland. Die Ursachen dafür sind verschiedener Art. Das Anwachsen der Bevölkerung sowohl durch die natürliche Vermehrung als auch durch die Umsiedlung, die Verlagerung wasserverbrauchender Industriezweige, die Entstehung neuer Industrieanlagen, die gewachsenen Ansprüche der Hygiene und schließlich die in den Großstädten durch Bombenangriffe stark mitgenommenen Wasserleitungsnetze, sie alle haben eine Steigerung des Wasserverbrauches zur Folge gehabt. Der im allgemeinen als Norm angenommene Verbrauch von 100 Litern täglich je Kopf der Bevölkerung mag noch in vielen Fällen zutreffen, ist jedoch in den Städten des Saarlandes überholt. Das Saarland mit seinen rund 900 000 Einwohnern würde bei Zugrundelegung dieser Norm mit täglich 90 000 m3 auskommen müssen. In Wirklichkeit liegen die Verhältnisse aber ganz anders. So fördert die Régie des Mines de la Sarre aus ihren Wasserwerken allein täglich annähernd 75 000 m3 und die Stadt Saarbrücken gewinnt in ihren Wasserwerken täglich zwischen 15 000 und 20 000 m3, so daß diese beiden Verbraucher den vorgenannten Wert von 90 000 m3 schon übertreffen. Neben diesen beiden Großverbrauchern gibt es im Saarland noch eine große Anzahl Gemeinden und Industrien, deren gesamte Bedarfsmenge mit 60 000 m3 angenommen werden kann. Daher ist eine Menge von 150 000 m3 je Tag für das gesamte Saarland nicht zu hoch gegriffen. Hierin sind aber alle Wasserverbraucher eingerechnet. Es käme dann auf den Kopf der Saarbevölkerung bei Beachtung der Einwohnerzahl von 900 000 täglich eine Verbrauchsmenge von mehr als 160 Litern. Die Stadt Saarbrücken hatte vor nicht allzu langer Zeit einen Tagesverbrauch von 164 Litern je Kopf und je Tag der Bevölkerung. Selbstverständlich gibt es auch eine große Anzahl Landgemeinden, wo der tägliche Verbrauch bei 40-60 Litern je Tag und Kopf liegt. Aber das ändert nur wenig an dem Gesamtbild der allgemeinen Wasserverbrauchssteigerung.