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Exkursion (B) zu den Anlagen der Wasserwerke Wiesbaden

Michels, F.; Vogel, F. W.

Kurzfassung

Besichtigt wurden: 1. Schläferskopf- und Kreuzstollen nebst Rohrschutzanlagen, 2. das Grundwasserwerk Wiesbaden-Schierstein (Rheinwasserversickerung in Sedimentations- und Infiltrationsbecken), 3. Flußwasser-Aufbereitungswerk Biebrich (direkte Verarbeitung von Rheinwasser zu Trinkwasser). 1. Schläferskopf- und Kreuzstollen nebst Rohrschutzanlagen. 4 Tiefstollen von insgesamt 11 442 m Länge erschließen in dem durchfahrenen Gebirge unzählige wasserführende Spalten und Klüfte des Taunusquarzits zwecks Gewinnung hochwertigen Trinkwassers in großen Tiefen. Die eingebauten Verschlüsse ermöglichen, Spalt- und Kluftwasser im Gebirge, besonders in den beiden Quarzitzügen, aufzuspeichern. Bei größtem Stau können hinter den Stollenverschlüssen mehr als 2 Millionen cbm Wasser in den Spalten und Klüften des Gesteins aufgespeichert werden. Das mittlere Gesamtlieferungsvermögen der 4 Tiefstollen beläuft sich auf rund 12 000 Tages-cbm. Das Wasser ist aggressiv und muß mit Rücksicht darauf entsäuert werden. Dies geschieht in sogenannten Rohrschutzanlagen unter Zusatz von Kalkhydrat. Bei den Wassergewinnungsanlagen fehlt jede ungünstige Beeinflussung von außen. Es handelt sich um ein steriles Gebirgsgrundwasser, welches infolge gut filtrierenden Materials und längerer Aufenthaltsdauer in den Klüften des Gebirges einem echten Grundwasser gleichwertig ist. Vgl. hierzu F. MICHELS: Trinkwassergewinnung (insbesondere durch Stollen) im südöstlichen Rheinischen Schiefergebirge (Taunus). - Z. Dtsch. Geol. Ges., Bd. 85, für 1933, S. 530-539, ferner F. W. VOGEL: Die Tiefstollen der Stadtwerke Wiesbaden AG. - Z. Bohrtechnik-Brunnenbau, H. 10, 1951.