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Exkursion (A) zu den Wasserversorgungsanlagen der Stadt Frankfurt a. M.; Frankfurt und die Hydrogeologie

Nöring, F.

Kurzfassung

Die Deutsche Geologische Gesellschaft hat seit dem Jahre 1928 Frühjahrstagungen, die Themen der angewandten Geologie behandeln, eingerichtet. Die 6. Frühjahrstagung fand unter dem Verhandlungsthema "Grundwasser und Mineralquellen" im Mai 1933 in Frankfurt a. M. statt, die 17. Frühjahrstagung im Mai 1954 mit dem Verhandlungsthema "Hydrogeologie" in Wiesbaden. (In der Zwischenzeit fand lediglich eine Sondertagung der Gesellschaft mit Vorträgen über Grundwasser am 14. September 1951 in Essen statt.) Zwei Gründe sind für das Interesse der Deutschen Geologischen Gesellschaft am Rhein-Main-Gebiet maßgeblich. Der eine Grund liegt in der gegebenen Vielfalt des geologischen Untergrundes in einem hydrogeologisch gut erforschten Gebiet. Am Saume des Rhein-Main-Gebietes treten eine große Zahl verschiedenartiger Mineralquellen zutage. Aber auch die Erforschung des süßen, für Trinkwasserzwecke geeigneten Grundwassers ist zwangsläufig gut vorangetrieben worden, bietet es doch die Lebensgrundlage für etwa 2 Millionen Einwohner zwischen Aschaffenburg und Mainz, die das Gebiet hinsichtlich der Bevölkerungsballung nach dem Ruhrgebiet, dem Niederrheingebiet und Hamburg zum dichtest bevölkerten Gebiet der Bundesrepublik machen. Bei der Erschließung des Grundwassers im Untermaingebiet hatten Geologen seit jeher maßgeblichen Anteil. Der Frankfurter Arzt und Geologe VOLGER hat für die Stadt Frankfurt eines der ersten Pumpwerke, das Pumpwerk am Riederspieß, im Jahre 1865 errichtet. VOLGER war der Vater der Kondensationstheorie. Vermutlich ist es seinem Einfluß zuzuschreiben, daß als eine der ersten Institutionen der Physikalische Verein zu Frankfurt a. M. Grundwasserspiegelbeobachtungen in den Jahren 1869-1912 durchführte und in seinen Jahresberichten veröffentlichte. Der Geologe BÜCKING nahm seit 1873 die Blätter Bieber und Wiesen-Lohrhaupten auf, auf denen die Stadt Frankfurt zahlreiche Quellen faßte, die seit dem Jahre 1875 der Stadt Frankfurt Wasser spenden. Der Geologe LEPPLA begann im Jahre 1902 mit der Kartierung von Blatt Hochheim, im Jahre 1905 mit der Kartierung von Blatt Frankfurt-West.