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Zum Problem eines säkularen Absinkens des Grundwasserspiegels

Ackermann, E.

Kurzfassung

Ausgehend von der durch Gletscherrückgang und andere Befunde erhärteten Feststellung, daß das gegenwärtige Klima seit etwa hundert Jahren wärmer wird, wurde die Frage zur Diskussion gestellt, ob es gleichzeitig auch trockener wird. Sind die letzten Jahre eine der gewöhnlichen mehrjährigen Perioden mit unterdurchschnittlichem Grundwasserstand oder ist das extreme Ausmaß der Grundwassersenkung ein Anzeichen für eine allmähliche Erniedrigung von säkularem Ausmaß? Aus der jüngeren Steinzeit sind in mitteldeutschen Flußauen Brunnen bekannt, die einen tieferen Grundwasserstand im damaligen wärmeren Klima voraussetzen. Es wäre volkswirtschaftlich wesentlich, durch Beobachtungen in anthropogen unbeeinflußten Grundwassergebieten zu kontrollieren, ob die derzeitige klimatische Erwärmung mit einer Grundwasserabnahme verbunden ist oder nicht. Das Rheintal scheint hierfür nicht geeignet, da der Rhein durch die Schmelzwässer des verstärkten Gletscherschwundes abnormal beeinflußt wird.