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Geophysik und Wassersuche

Hallenbach, F.

Kurzfassung

Zur Klärung geohydrologischer Probleme bedient man sich in steigendem Maße der Methoden der angewandten Geophysik. Dabei richtet sich das Interesse in erster Linie auf die elektrischen Verfahren. Radioaktive, seismische und thermische Untersuchungen, die vom Hydrologen in bestimmten Fällen ebenfalls mit Nutzen herangezogen werden können, sind von weit geringerer Bedeutung. Grundwasserleiter sind relativ schlechte elektrische Leiter, gemessen an der guten Leitfähigkeit der Tone und Mergel. Diese Tatsache ist einer der Gründe weshalb das begehrte Grundwasser normalerweise geoelektrisch nicht direkt nachweisbar ist, jedenfalls nicht unter Bedingungen, wie sie bei uns meist vorliegen. In ariden Gebieten mag es häufig sehr wohl anders sein. Die elektrischen Verfahren sind dagegen wichtige Hilfsmittel zur Klärung der geologischen Verhältnisse und liefern so dem Geologen wertvolle Anhaltspunkte dafür, wo besonders günstige Chancen für eine Grundwassergewinnung zu erwarten sind, Geoelektrisch direkt nachweisbar ist hingegen hochgradig versalzenes Grundwasser. Sobald die Gesteinswiderstände eine bestimmte Grenze unterschreiten, liegt mit Sicherheit Versalzung vor. Der Nachweis und die Abgrenzung von Gebieten mit hochgradiger Grundwasserversalzung gehören zu den leichtesten Aufgaben, die dem Geoelektriker gestellt werden können. Weniger einfach sind Versalzungsfragen zu beurteilen, wenn der Salzgehalt etwa nahe der Geschmacksgrenze liegt. Dann treten beispielsweise Schwierigkeiten derart auf, daß saubere Sande oder Kiese, die von solchem Wasser erfüllt sind, Widerstände der gleichen Größenordnung aufweisen, wie sie auch Tonen und Mergeln zukommen, so daß eine Unterscheidung zwischen diesen beiden Alternativen mit Hilfe der Geoelektrik allein nicht möglich ist. Trotz dieser Schwierigkeiten konnten die Süßsalzwasserprobleme im deutschen Küstenraum weitgehend geklärt werden. Vereinzelt sind auch weiter im Binnenland Widerstandsmessungen zur Beurteilung der Grundwasserversalzung in der Umgebung salinarer Vorkommen, die bis in den Bereich des zirkulierenden Grundwassers hinaufreichen, erfolgreich ausgeführt worden.