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Diskussionsbemerkung zum Vortrag WOLFGANG RICHTER "Bemerkungen zur Auswertung geoelektrischer Meßergebnisse aus dem Raume der deutschen Nordseeküste":

Ostendorff, E.

Kurzfassung

Es ist schwer verständlich, daß die Süß-Salzwasser-Grenze sich so lange hat stabil erhalten sollen, zumal an anderer Stelle gezeigt wird, daß selbst halbdurchlässige Gesteine, wie Geschiebemergel u. ä., in kürzester Zeit Bewegungen des Salzwassers zugelassen haben. Sicher dürfte bei der Salzgrenze auch die gegenwärtige Entwässerung eine Rolle spielen. Diese ist bekanntlich in den tiefsten Depressionen (die wiederum weitgehend mit dem letzten Nordseevorstoß räumlich zusammenfallen) am stärksten und tiefreichendsten. Dadurch muß das Grundwasser in diesen Gebieten aufdrücken, das Wasser wird von unten nachgesogen, und dadurch entsteht ein Sog von den Seiten und auch von See her. Das Salzwasser kann so, auch in größerer Tiefe, nachströmen. Solche Erfahrungen sind auch bei der im letzten Jahrhundert erheblich verstärkten und vertieften Entwässerung des Weichseldeltas gemacht worden, und zwar gerade wieder in den tiefsten Gebieten, in den Depressionen (wo der Entwässerungssog am kräftigsten wirken konnte).