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Brunnenbohrungen im östlichen Hunsrück

Kutscher, F.

Kurzfassung

Die östliche Hunsrückfläche, die etwa den Raum zwischen Soonwald, Rhein und Mosel einnimmt, ist ein bäuerlich genutztes Gebiet mit geringer, kaum Wasser verbrauchender Industrie. Bis vor wenigen Jahren konnte die Wasserversorgung, abgesehen von extremen Trockenjahren, durch kleine Gewinnungsanlagen in flachen und schutterfüllten Tälchen der Hunsrückhochfläche (Leistung zwischen 20 und 40 cbm/d) oder aus Wasseraustritten des Taunusquarzitschuttes vom Soon- und Idarwald sichergestellt werden. Bohrungen waren bislang nur in vereinzelten Fällen zur Wassererschließung abgeteuft worden. In den Randgebieten werden gelegentlich alte Stollenanlagen für die Wasserversorgung ausgenützt. Mit dem Hinzutreten der Flüchtlinge, der fortschreitenden Erschließung des Hunsrücks als Wohngebiet und der erblühenden Fremdenindustrie und schließlich der Verminderung der oberflächennahen Wasserkapazität durch die Trockenjahre 1947-1949 reichten vielerorts die Trinkwasserversorgungsanlagen nicht mehr aus. Die einsetzende eifrige oberflächennahe Schürftätigkeit nach Wasser führte nirgends zu einem sichtbaren Erfolg. Man war gezwungen, das im tieferen Gesteinsuntergrund umlaufende Wasser durch Brunnenbohrungen zu erschließen. Innerhalb von 2-3 Jahren wurden eine Reihe von Bohrungen heruntergebracht, die teilweise, im Gegensatz zu den bisherigen Erfahrungen, zu beachtlichen Erfolgen führten. Im Untergrund der Hunsrückhochfläche stehen vorwiegend Tonschiefer der Ulmen-Gruppe (Hunsrückschiefer) und Ems-Stufe an, die nur untergeordnet von Grauwackensandsteinen und Quarziten begleitet werden. Darüber liegen flächenhaft lehmige und vor allem tonige Deckschichten der voroligozänen Landoberfläche, denen nur örtliche tertiäre Gerölle und Sandschichten sowie pleistozäne Schuttmassen aufgelagert sind. Nur ganz vereinzelte Bohrungen trafen reine Tonschiefer an; ihre Tagesleistungen liegen unter 25 cbm (0-0,28 l/s). Bei etwa 90% der Bohrungen (von insgesamt 30) wurden quarzdurchtrümerte Gesteine angefahren, die als Zirkulationswege des Wassers fungieren. Bei Pumpversuchen konnten Tagesleistungen bis zu 360 cbm registriert werden.