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Untersuchungen an den Burtscheider Thermalquellen in Aachen

Herbst, G.

Kurzfassung

Die alkalisch-muriatischen, z. T. schwefelhaltigen Thermalquellen von Aachen gehören mit ihren Temperaturen (bis zu 74°) zu den heißesten Quellen Europas. Die Quellvorbrüche sind an 2 schmale, mit einem Abstand von rd. 1 km zueinander parallel verlaufende Züge von oberdevonischem Kalk (Frasne) gebunden, die dem allgemeinen Streichen von SW nach NE folgen und nach NW überschoben sind, wobei die Sprunghöhe der nordwestlichen Überschiebung (Aachener Quellen) mit etwa 1000 m die der südöstlichen (Burtscheider Quellen) an Bedeutung weit übertrifft. In dem durch Kriegseinwirkungen stark zerstörten Burtscheid soll eine gründliche Untersuchung, für welche die Regierung großzügig Mittel bereitgestellt hat, die Grundlage für eine Neuordnung der Verhältnisse liefern. Von den Burtscheider Quellen waren 11 der Beobachtung zugänglich, von denen 10 auf eine Strecke von 500 m verteilt sind, während die 11. nach einer Unterbrechung von 500 m am NE-Ende der Linie liegt (Pockenpützchen). Alle Quellen halten sich ziemlich genau an die Tallinie des früheren Warmen Baches. Die bedeutendste ist die des Landesbades im SW, in deren Fassung 6 größere Vorbrüche vereinigt sind. Ihre Gesamtschüttung entspricht mit einem Betrag von 70-80 cbm/Stunde der Summe der Schüttungen aller übrigen Quellen. Um das Landesbad sind die "oberen Quellen" gruppiert, als Mittelpunkt der "unteren Quellengruppe" ist das Rosenbad b, rd. 400 m nordöstlich vom Landesbad gelegen, anzusehen. Temperaturen, Salzgehalte und Höhenlage der Vorbrüche nehmen in großen Zügen von SW nach NE ab (s. Abb. 1).