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Diskussionsbemerkung zum Vortrag H. ZAKOSEK: "Über Einfluß des Bodens auf das Grundwasser" gleichzeitig zum Vortrag W. FRIEDRICH: "Lysimetermessungen"

Ostendorff, E.

Kurzfassung

Die Ausführungen von Herrn ZAKOSEK kann ich aus eigenen Arbeiten (OSTENDORFF, Der Wasserhaushalt des Bodens in Abhängigkeit vom Boden, Bewuchs und Kultur. Z. Pflanzenern., Düngung, Bodenk. 60, H. 3, 1953) voll bestätigen. Die bisherige Meinung von Durchlässigkeit, von Wasserstauern und Wasserführern ist in bezug auf den abdeckenden Boden weitgehend zu revidieren. Das Wasser muß erst durch den Boden kommen, um in einen Wasserführer zu gelangen. Dann gelten die bisherigen Vorstellungen. Die Durchlässigkeit der verschiedenen Horizonte (nicht Schichten) des Bodens ist sehr verschieden und hängt in erster Linie vom Bodentyp, nicht von der Bodenart ab. Z. B. kann der Oberboden eines sandigen rostfarbenen Waldbodens viel weniger durchlässig sein als der einer lehmigen Schwarzerde oder eines braunen Waldbodens usw. Ich empfehle, den Bodenbewuchs und die Kulturart des Bodens in die Untersuchungen einzubeziehen. Durch diese werden die Einsickerungsmengen in den Boden noch weiter und wesentlich variiert. Am ungünstigsten schneiden dabei die Ackerböden ab, weshalb diese, obwohl sie nicht immer den größten Verbrauch aufweisen, doch am ungünstigsten bei der Grundwasseranreicherung wirken müssen. Zu den Lysimeterversuchen ist zu sagen, daß auch bei ihnen der gewachsene Boden, und zwar so, wie er natürlich vorliegt, berücksichtigt werden muß (eingefüllter Boden kann nie natürlich gelagerter werden!). Weiter arbeiten Lysimeter mit ebenen Oberflächen. Ganz ebene Oberflächen gibt es in der Natur aber nur ausnahmsweise. Auch ist es schwer, mit Hochwald- oder natürlichem Dauerwaldbewuchs zu arbeiten, auch schon wegen der tiefgehenden Wurzeln nicht, die an der Untergrenze (Wasser-Luft-Berührung) ideelle Saugmöglichkeiten im Lysimeter vorfinden, wie etwa in Dränrohren. Selbst unveränderte natürliche Böden, in Lysimetern eingebracht, müssen deshalb von der Wirklichkeit erheblich abweichende Ergebnisse zeigen.