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Diskussionsbemerkung zum Vortrag W. DIENEMANN: "Über Erfahrungen beim praktischen Gebrauch der Richtlinien des DVGW für die Errichtung von Schutzgebieten für Trinkwassergewinnungsanlagen"

Nöring, Friedrich

Kurzfassung

Der Diskussionsredner hat an der endgültigen Abfassung der Richtlinien auf den letzten Arbeitssitzungen des Ausschusses "Wassergewinnung" an 7 Tagen zwischen dem 8. Januar 1952 und 11. November 1952 mitgewirkt. Die im Vortrag und in den Diskussionsbemerkungen vorgebrachten schwierig gelagerten Fälle waren dem Ausschuß bekannt, ebenso wie eine große Zahl komplizierter Situationen, die nicht erwähnt wurden. Der Ausschuß hat bewußt darauf verzichtet, eine enumerative Aufzählung aller denkbarer Faktorenkombinationen zu versuchen. Er hat fernerhin bewußt davon abgesehen, starre Richtwerte zu nennen. Er hat es als Vorteil angesehen, daß die "Richtlinien" elastisch sind. Die Arbeit hat dadurch Anerkennung gefunden, daß die "Richtlinien" in ihrer elastischen Form in einem Erlaß des Bayerischen Ministeriums des Innern amtlich in einem so vielgestaltig aufgebauten Land wie Bayern zur Vorschrift gemacht wurden. Z. B. ist der Fall, daß die "engere Schutzzone" nicht unmittelbar an den "Fassungsbereich" angrenzt, durch die Formulierung, daß sie sich "in der Regel" anschließt, klar zum Ausdruck gebracht. Auch steht die grundsätzliche Aufgliederung des Schutzgebietes in "Fassungsbereich", "engere Schutzzone" und "weitere Schutzzone" nicht einem etwaigen Bedürfnis entgegen, eine weitere Untergliederung in beliebig viele Einzelbereiche vorzunehmen. Auf die Notwendigkeit der Heranziehung erfahrener Sachverständiger ist deutlich hingewiesen, ebenso wie auf die Notwendigkeit der Anpassung an neue wissenschaftliche Erkenntnisse.